Eine außergewöhnliche Limousine hat Premiere auf dem Genfer Autosalon: Der Mercedes-Maybach S 600 Pullman. Für Normalsterbliche ist die lange Luxuskarosse unerschwinglich. Der Einstiegspreis in der Basisaustattung soll bei etwa einer halben Million Euro liegen. Die längste Version der S-Klasse ist auch eher etwas für Staatslenker. Mercedes baut die lange Karosse nun erstmals zusammen mit Maybach. Die Marke Maybach wurde eigentlich 2012 eingestellt, verkauft wurden Maybach-Limousinen allerdings noch bis ins Jahr 2013. Nun greifen die Verantwortlichen doch wieder auf Maybach zurück, um eine automobile Legende neu aufzulegen. Es handelt sich dann um die insgesamt fünfte Pullman-Generation. Der erste Pullman rollte 1963 aus dem Werk. Die vierte Generation basiert auf dem Mercedes-Benz Baureihe 221 und wird seit Herbst 2008 angeboten. Die offizielle Bezeichnung lautet Mercedes-Benz S 600 Guard. Hiermit wird auf die Panzerung des Fahrzeuges hingewiesen. Als Antrieb dient ein Zwölfzylinder-Biturbo-Motor mit 517 PS. Dieser Pullman ist 6,36 Meter lang. Das Dach wurde im Vergleich zur normalen S-Klasse bei steiler stehender Heckscheibe um 60 Millimeter angehoben. Die Karosserie lässt sich pneumatisch um etwa 40 Millimeter anheben. Das Fahrzeug wiegt 5,3 Tonnen. Die Rüstung besteht aus Panzerstahl und Kohlenstofffasern. 65 Millimeter dicke Spezialscheiben schützen vor Handgranaten, Maschinengewehr- und Sprengstoffangriffen. Die Höchstgeschwindigkeit ist wegen der Reifen auf 160 km/h beschränkt. Der Mercedes Benz-Konzern preist heute den Pullman als Staatslimousine für höchste Ansprüche. Der neue Pullman, der auf dem Genfer Autosalon 2015 präsentiert wird, ist 1053 Millimeter länger als seine Basis, der Mercedes-Maybach S 600. Insgesamt misst das Fahrzeug von der Schnauze bis zum Heck 6,50 Meter, der Radstand beträgt stattliche 4,42 Meter. Für angemessene Leistung sorgt der V12-Motor aus dem S 600 mit 530 PS.

Und wer lässt sich darin fahren? Der Pullman hat eine, im wahrsten Sinne des Wortes, lange Tradition als Staatslimousine. Traurige Berühmtheit erlangte der Wagen als "Diktator Schiff", weil er auch so beliebt bei Führern wie Ugandas Idi Amin und Rumäniens Nicolae Ceausescu war. Staatslenker wie Prinz Aga Khan, Fidel Castro, der Schah von Persien, Kaiser Hirohito von Japan und Leonid Breschnew ließen sich in ihm chauffieren. Die Liste der prominenten Kunden ist lang: Modediva Coco Chanel, der Industrielle Aristoteles Onassis, Sängerin Maria Callas, Elvis Presley, Udo Jürgens, Mireille Matthieu. Selbst Papst Paul VI ließ sich in einer Landaulet-Version chauffieren.

Woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Pullman"? Als Pullman-Wagen wurden ursprünglich Reisezugwagen mit luxuriöser Großraumeinrichtung bezeichnet, die von der amerikanischen Pullman Palace Car Company gefertigt wurden.Wer Zeit und Lust auf die Weltpremiere der automobilen Kultkarosse hat, sollte vom 5. bis 15. März den Autosalon in Genf besuchen, wo es heißt: Mercedes stretches the Maybach Limousine.

jh