Kürzlich meldete das Hamburger Abendblatt, dass ein Radarfalle über 600 Mal zu Unrecht blitzte und damit Autofahrern fälschlicherweise Bußgeldbescheide zugesandt wurden. Dieses Phänomen tritt so ziemlich jedes Jahr auf, so dass wir uns nach dem Grund fragten. Vielmehr haben wir den Fachanwalt für Verkehrsrecht Osama Momen aus Aachen befragt, der uns die Problematik erklärte.

Vor einigen Jahren meldete die Bild Zeitung, dass jede zweite Geschwindigkeitsmessung in Deutschland fehlerhaft sei. Immer wieder berichten auch andere Medien über diese Problematik. Dennoch scheinen Autofahrer eintreffende Bußgeldbescheide widerstandslos zu akzeptieren.

Ein Fehler wie der Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Aachen Osama Momen meint. Denn gerade im Winter und insbesondere bei Minustemperaturen würden Geschwindigkeitsmesser oft Fehlmessungen durchführen. Der Grund hierfür läge an den zu schnell abnehmenden Akkuleistungen der Messgeräte, mit denen eine präzise Messung nicht mehr möglich sei.

Auch der Polizei Hochschulsprecher Johann Markus Hans sieht die Messungen durchaus kritisch. Den Beamten lägen keine Bedienungsanleitungen vor, da diese an die Gerichte weitergegeben werden müssten. Eine Anfertigung einer Kopie sei aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet. So sei es nicht verwunderlich, dass Polizeibeamte nach einer gewissen Zeit nicht mehr wüssten, wie die mobilen Geräte optimal zu bedienen seien.

Autofahrern, die eine Rechtschutzversicherung besitzen, empfiehlt der junge Anwalt unbedingt rechtlichen Beistand einzuholen. Denn nur dieser kann eine Akteneinsicht einfordern und gegebenenfalls Nachberechnungen anstellen. Die Erfolgsaussichten seien im Winter besonders hoch, schildert der 36-Jährige. Zumindest könne ein Fahrverbot abgewandt werden.

Allen anderen Autofahrern empfiehlt er umgehend nach Eingang des Bußgeldbescheides Widerspruch einzulegen und diesen beispielsweise mit dem Verlust des Jobs oder dem Fehlen finanzieller Mittel für einen Chaffeurdienst zu begründen. So könnte zumindest ein drohendes Fahrverbot durch ein höheres Bußgeld kompensiert werden.

Zur Person:
Osama Momen ist Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht. Er praktiziert in eigener Kanzlei in Aachen und wurde 2013 und 2014 zu Deutschlands Top-Anwälten gewählt. Auf der Bewertungsplattform anwalt.de erhält er fünf von fünf Sternen bei über 100 Bewertungen. Damit zählt er auch dort zu den erfolgreichsten Anwälten in Deutschland.