Wer ein Erdgas-Auto fährt, kommt für den gleichen Betrag an der Tankstelle etwa doppelt so weit wie mit einem Benziner. Oder anders herum: Das Gas kostet nur die Hälfte. Ein starkes Argument für ein Auto mit dem alternativen Antrieb. Doch die Neuzulassungszahlen von Erdasgas-Autos sind gemessen am Gesamtmarkt seit Jahren verschwindend gering.

Preisvorteil von Erdasgas-Autos an Tankstellen nicht sichtbar

Ein Grund dafür ist, dass der enorme Preisvorteil an der Tankstelle an deren Preismast nicht zu erkennen ist. Vielmehr sieht das Gas auf den ersten Blick viel teurer aus. Schuld daran ist die derzeitig irreführende Form der Auszeichnung an den Preismasten: Während ein Liter Benzin derzeit rund 1,50 Euro kostet, bezahlt man für ein Kilogramm Erdgas etwa 1,10 Euro, was einem etwa 25 Prozent niedrigeren Preis entspricht. Allerdings nur auf den ersten Blick, denn das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. In einem Kilogramm Erdgas steckt nämlich mit bis zu 13 Kilowattstunden wesentlich mehr Energie als in einem Liter Benzin, der etwa 8,5 Kilowattstunden Energie in sich hat. Bezöge sich der Preis für das Erdgas auf die Menge Benzin mit dem gleichen Energiegehalt, dem so genannten Benzinäquivalent, ergäbe das ein Bild, bei dem das Erdgas plötzlich - wie oben erwähnt - um etwa 50 Prozent günstiger dastünde.

Damit man das sofort sehen kann, fordern Verfechter des Gases (etwa die Deutsche Energie-Agentur (dena) oder Erdgas Mobil) eine entsprechend geänderte Preisauszeichnung. Das sei wichtig für die Verbraucher, die letztlich ja auch eine Entscheidung aufgrund der zu erwartenden Kraftstoffkosten träfen, so ein Positionspapier der dena.

Die Schweiz könnte als Vorbild für deutsche Tankstellen dienen

In der Schweiz wird der Erdgas-Preis bereits entsprechend ausgezeichnet. Ob das künftig auch in Deutschland passiert, ist jedoch zumindest kurzfristig unwahrscheinlich. Zwar spricht auch die "Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung" von der Einführung einer "einheitlichen Energiepreiskennzeichnung (...), bei der der Verbraucher direkt vergleichen kann". Diese Aussage ist jedoch in dem Papier als "Handlungsempfehlung an die Marktteilnehmer" gerichtet. Mit anderen Worten: Die aktuelle Bundesregierung will sich nicht aktiv darum kümmern, dass die Preise an den Tankstellen für den Verbraucher transparenter als bisher werden. #Sparen