Die dänischen Entwickler suchten eine Antwort auf die Frage, wie blinden Menschen in schwierigen Alltagssituationen geholfen werde könne. Die Antwort ist eine gleichermaßen einfache, wie auch fantastische Idee: Per Videoübertragung können Helfer Menschen mit Sehbehinderung in schwierigen Situationen unterstützen. Sei es das überqueren einer blindenunfreundlichen Straße, das Lesen der Beipackzettel von Medikamenten oder bei der Frage, ob das Haltbarkeitsdatum von Lebensmitteln überschritten ist. Die App „Be My Eyes“ ermöglicht es, Sehbehinderten Unterstützung anzufordern und die App vermittelt einen, der vielen tausend freiwilligen Helfer. Dieser wird dann per Videotelefonie live zugeschaltet und kann dem Hilfesuchenden beschreiben was er sieht, etwas vorlesen oder anderweitige Hilfestellungen leisten. Um einen Missbrauch des Dienstes zu verhindern, gibt es nach der Verbindung eine Bewertungsmöglichkeit.

Der Entwickler teilte dem Technikblog GigaOm mit, dass die App bereits einige Monate in Dänemark getestet wurde und man nun bereit sei, weltweit nach blinden Nutzern und Helfern zu suchen. Es haben sich mittlerweile knapp 60.000 Menschen bei dem Dienst registriert, davon rund 4.000 Sehbehinderte. Es wurde bisher, nach Angaben des Entwicklers, insgesamt 8.000 Mal eine Verbindung hergestellt.

„Be My Eyes“ ist ein großartiges Beispiel dafür, wie soziale Netzwerke Problemlösungen bieten, die anders kaum möglich gewesen wären.

Die App ist derzeit kostenlos und nur für iOS verfügbar, eine Android-Version soll allerdings schon bald folgen. Das Budget der Non-Profit-Organisation sei bis 2015 gesichert und soll sich danach über Spenden oder mit einem Abo-Modell finanzieren.

„Be My Eyes“ ist nicht der einzige Helfer für Blinde und Sehbehinderte im App-Store

Im App-Store lassen sich zahlreiche Apps finden, die Blinden und Sehbehinderten das Leben ein wenig erleichtern können. So lassen sich mit der App „ColorSay“ Farben erkennen oder mit „LightDetector“ Lichtquellen finden, wie beispielsweise Fenster oder offene Türen. Mit „Prizmo“ und „TextGrabber+Translator“ lassen sich mithilfe der Kamera Texte erkennen, die dann vorgelesen werden. Die App „TapTapSee“ beschreibt fotografierte Gegenstände, die online mit einer großen Produktdatenbank verglichen und ausgewertet werden. #Smartphone #Internet #Mobile