Immer wieder wird in den Medien vom sogenannten Web 2.0 gesprochen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff wirklich?

„Web“ steht für den Dienst World Wide Web. Der Zusatz „2.0“ folgt der Bezeichnungslogik der Softwareentwicklung, nach der kleinere Entwicklungsstufen durch einen Anstieg der Zahl hinter, und Entwicklungssprünge durch einen Anstieg der Zahl vor dem Punkt, gekennzeichnet werden.


Die Entwicklung des Internets zum Massenmedium

Im Allgemeinen lässt sich die Entwicklung des Internets in drei Phasen unterteilen:

In der ersten Phase, die in den achtziger Jahren stattfand, entstand ein offenes Kommunikationsnetz aus der technischen Struktur des ARPANet, welches Forschungseinrichtungen miteinander verbunden hat, um einen freien Austausch von Informationen mit weltweit verstreut arbeitenden Kollegen zu ermöglichen.


Erst in der zweiten Phase, nämlich Anfang der neunziger Jahre, wurde dieser Dienst für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Phase lässt sich durch drei Kernpunkte charakterisieren:


  • Ein einseitiger und klar geregelter Informationsfluss.


  • Die Bereitstellung von Inhalten und virtueller Produkte von professionellen Anbietern.


  • Die Konsumierung dieser Inhalte seitens der Nutzer auf statischen oder dynamischen Webseiten. Interaktion oder Beteiligung der Internetnutzer wurde zu diesem Zeitpunkt kaum berücksichtigt.


In dieser Phase verbreitete sich das #Internet sehr schnell und wurde zum Massenmedium. Heute ist die Verfügbarkeit des Internets in den meisten Teilen der Welt annähernd flächendeckend gegeben.


Vom Web 1.0 zum Web 2.0

Die dritte und aktuelle Entwicklungsphase wird mit dem Schlagwort Web 2.0 betitelt. Mitbegründer dieses Begriffs war der Softwareentwickler und Buchautor Tim O’Reilly.


Grundlage für eine Weiterentwicklung des Web 1.0 zum Web 2.0 sind zum einen sinkende Zugangskosten und eine globale Netzabdeckung, die zu einer kontinuierlichen Ausweitung des Nutzerkreises führen, und zum anderen die steigende Zugangsgeschwindigkeit, die den Einsatz neuer Web-Technologien ermöglicht.

Diese neuen Technologien werden üblicherweise unter dem Begriff Social-Software zusammengefasst. Sie zeichnen sich durch Offenheit, unkomplizierte Handhabung, einfache Partizipationsmöglichkeiten, Interaktivität und soziale Vernetzung aus. Stand bislang die Darstellung von Informationen im Vordergrund, so rückt durch Social Software, im Web 2.0 der aktive Nutzer selbst in den Mittelpunkt.

Merkmale des Web 2.0

Typische Merkmale sind die hohe Interaktivität und Partizipation der Nutzer an der Erstellung der Inhalte (sogenannter User-generated-Content), eine starke Vernetzung der Nutzer untereinander sowie der Einsatz von Social Software. Die Internetnutzer haben nicht mehr nur die Möglichkeit, Inhalte passiv zu konsumieren, sondern sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Die klassische Unterscheidung zwischen Konsumenten und Autoren wird somit aufgehoben. Dies führt im Web 2.0 zu einer veränderten Wahrnehmung des Internets aus Konsumentensicht. Das Internet wandelt sich hierbei von einer reinen „Informationsplattform“ hin zum sogenannten „Mitmach-Web“. Der Begriff Web 2.0 kann folglich als die offensichtliche Veränderung des Internets, unter Berücksichtigung technischer und sozialer Aspekte verstanden werden.