Auf den Deutschlandstart des Video-on-Demand-Anbieters Netflix im September 2014 haben viele Film- und Serienfans lange gewartet. Doch ein halbes Jahr nach der Einführung ist nach der Anfangseuphorie Ernüchterung eingekehrt. Auch bei Netflix ist nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem beim Filmangebot leistet sich der Streaming-Dienst deutliche Schwächen. Trotzdem kann sich Netflix auch in Deutschland auf eine glänzende Zukunft freuen!

Wenn amerikanische Serien-Fans den Namen Netflix hören, kommen sie aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Netflix hat die Sehgewohnheiten der Fernsehzuschauer völlig auf den Kopf gestellt. Serien schauen sich die Amerikaner längst nicht mehr zu festgelegten Sendezeiten bei ABC oder Fox an. Stattdessen werden die Folgen dank Netflix gestreamt. Rund um die Uhr. Ohne Einschränkungen. Anders als viele Streaming-Portale in Deutschland setzte Netflix von Anfang an auf brandneue Serien in hoher Qualität, anstatt nur als Füllgrube für tausendfach gesendete Serienklassiker zu dienen. Hochklassige Eigenproduktionen wie „House of Cards“, „Fargo“ und „orange ist the new black“ haben dafür gesorgt, dass Netflix in den USA über 48 Millionen Abonnenten von seinem Dienst überzeugt hat.

Seit September können auch Kunden in Deutschland Netflix nutzen und Filme sowie Serien am PC, Tablet, Smartphone oder Fernseher genießen. Voraussetzung dafür ist ein monatlich kündbares Abo, das ab 7,99 Euro zu haben ist. Vor allem Serien-Fans konnte Netflix mit seinem Angebot schon überzeugen. So sind die US-Serien hierzulande spätestens eine Woche nach dem Start auch bei uns verfügbar.

Die Prognosen, dass Netflix auch in Deutschland zum TV-Killer werden könnte und innerhalb weniger Monate Millionen von Kunden würde überzeugen können, haben sich jedoch nicht bewahrheitet. Möglicherweise liegt es auch daran, dass Netflix zwar bei der Serienauswahl allen anderen Anbietern deutlich überlegen ist, beim Filmangebot jedoch nur eingeschränkt überzeugen kann. Aktuelle Blockbuster sucht man im Streaming-Angebot nämlich vergeblich.

Wer sich direkt nach dem DVD-Start einen aktuellen Film am heimischen Fernseher anschauen möchte, muss die Filme entweder im kostenpflichtigen Einzelabruf bei Anbietern wie Maxdome oder Amazon Prime Instant Video bestellen oder – ganz klassisch – auf den Verleih physischer Medien setzen. Entweder über eine Videothek vor Ort oder über einen Filmverleih per Post, wie ihn Amazon (ehemals Lovefilm) und Videobuster.de anbieten. Bei den Verleihern ist die Quote der verfügbaren aktuellen Titel zudem noch größer als bei den Video-on-Demand-Anbietern. Grund sind Lizenzbeschränkungen der Filmgesellschaften. Netflix ist also keine Alternative, sondern nur eine Ergänzung für alle, die gerne hochwertige Filme und Serien genießen.

Für die Zukunft muss den Anbietern von VoD-Portalen in Deutschland jedenfalls nicht bange sein.  Der Erlös wird in diesem Jahr laut Prognose des Branchenverbands Bitkom auf voraussichtlich 458 Millionen Euro steigen – das entspräche einem Plus von 42 Prozent im Vergleich zu 2014. Die Umwälzungen in der deutschen Fernsehlandschaft haben also gerade erst begonnen! #Fernsehserien #Hollywood