Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden hat erneut brisante Dokumente veröffentlicht.


Laut den auf der Enthüllungsseite TheIntercept.com einsehbaren Unterlagen, haben der US-amerikanische Geheimdienst NSA sowie sein britisches Pendant GCHQ Zugriff auf die SIM-Karten von rund 450 Mobilfunkbetreibern weltweit. Die Unterlagen stammen aus dem Jahr 2010.

Die Geheimdienste haben vollen Zugriff auf die #Mobile Kommunikation

Die Möglichkeit bekamen die Nachrichtendienste, die damit beauftragt sind, Kommunikationsdaten zu sammeln und auszuwerten, durch einen Hackangriff auf den größten Kartenhersteller Gemalto.
Demnach können NSA und GCHQ spurlos mit Hilfe des erlangten Verschlüsselungs-Key, alle anderen Sicherungen der jeweiligen Provider umgehen.

Sie bräuchten somit nicht mal mehr eine richterliche Erlaubnis, um die Kommunikation auf Handys, Smartphones oder Tablets abzuhören.

Das niederländische Unternehmen Gemalto produziert pro Jahr ungefähr zwei Milliarden dieser Chipkarten. "Jetzt sei das Wichtigste zu verstehen, wie der Angriff passieren konnte, um eine Wiederholung zu verhindern", sagte Gemalto-Manager Paul Beverly dem Nachrichtenmagazin The Intercept in einem Interview.

Seine Enthüllungen zwangen Snowden zur Flucht

Seit 2013 veröffentlicht der US-Amerikaner Edward Snowden Akten, die die Überwachungs- und Spionagemethoden von weltweit agierenden Nachrichtendiensten offenlegen. So brachte er ans Licht, dass das angeblich sichere Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von der NSA abgehört wurde.

Aus Angst vor einem Gerichtsverfahren in seinem Heimatland, beantragte Edward Snowden erfolgreich Asyl in Russland und lebt dort derzeit an einem unbekannten Ort. Dem 31-Jährigen wird in den USA der Diebstahl von Regierungseigentum, der widerrechtlichen Weitergabe geheimer Informationen und Spionage vorgeworfen. Bei einer Verurteilung könnte er für bis zu 10 Jahre in Haft kommen.

Edward Snowden wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Auszeichnungen, wie dem Internationalen Whistleblower-Preis von Transparency International, der Carl-von-Ossietzky-Medaille und der Ehrenmitgliedschaft der Freien Universität Berlin ausgezeichnet sowie für den Friedensnobelpreis nominiert.