Wenn man sich dieser Tage auf etwas verlassen kann, dann sind es die in regelmäßigen Abständen auftauchenden (Datenschutz-)Skandale von #Facebook. Viele User sind zusehends verunsichert. Der einzig wirksame Schutz vor der Datenkrake Facebook ist, so die Meinung einschlägiger Medien, seinen Account zu löschen.

Höchste Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Denn eines ist sicher: Kaum einer kommt heute noch ohne die moderne Droge Social Networking aus.

In der ersten Folge der Serie "Alternative Networking. Facebook, Twitter… und was noch?" soll Pinterest vorgestellt werden.

Like it? Pin it!

Das 2010 in den USA gegründete Unternehmen Pinterest galt 2014 als das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk. Klar, dass die Erwartungen an den Dienst groß sind. 2013 nutzten etwa 70 Millionen User Pinterest aktiv. Wie viele es derzeit sind, kann nicht genau gesagt werden. Das Unternehmen hält sich mit der Veröffentlichung solcher und ähnlicher Zahlen eher bedeckt.

Weniger geheimnisvoll kommt der Name des sozialen Netzwerks daher. "Pinterest" ist ein Kofferwort, das sich aus "to pin" und "interest" zusammensetzt. Soll heißen: Was den User interessiert, kann er an seine Pinnwände heften, die er selbst anlegen, benennen, gestalten und auch archivieren kann. Dabei gilt es nicht nur, eigene Bilder und Videos hochzuladen und die Inhalte anderer Pinterester zu "repinnen". Alles, was das #Internet hergibt, kann auf der eigenen Pinnwand festgehalten werden. Das Prinzip von Pinterest entspricht also in etwa dem von Lesezeichen in unserem Webbrowser - nur eben öffentlich, sozial und viel stylisher!

Ein Paradies für Frauen

Stichwort: stylish. Der Großteil (derzeit etwa 80%) der Pinterest-Nutzer sind Frauen. Das kommt nicht von ungefähr. Die vorrangigen Themen auf den Pinnwänden des Networks sind Rezepte, Do it yourself-Bastelanleitungen, Fashion und Beauty. Die Philosophie von Pinterest: Inspiriere und lasse dich inspirieren. Daran angepasst sind auch die Präsenzen von Unternehmen, die sich auf Pinterest, ähnlich wie auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerkseiten, der (potentiellen) Kundschaft präsentieren können und um deren Aufmerksamkeit buhlen.

Doch auch Männer sollen auf Pinterest zukünftig nicht mehr zu kurz kommen. Immer mehr "männliche" Unternehmen aus den Bereichen Auto/Motorrad, Lifestyle und Handwerk siedeln sich auf der Seite an und appellieren an das Kreative, Erfinderische und Entdeckungslustige im Manne.

Mitmachen ist einfach: Entweder "in 15 Sekunden" (so die Aussage der Seite) kostenlos registrieren oder mit dem Facebook-Account anmelden. Dem Prinzip anderer sozialer Netzwerke folgend kann man sich mit Usern verknüpfen und die Aktivitäten auf deren Pinnwänden folgen, mit Herzchen (= "gefällt mir") versehen, kommentieren und "repinnen". Auch das Senden von privaten Nachrichten ist möglich. Auch wenn man anfangs keine "Freunde" auf Pinterest hat, kriegt man nach der Angabe von Interessen (Bspw. z.B. Desserts, Hochzeitsideen, Bauchmuskelübungen und Frisuren) zahllose Pins angeboten, die zum Entdecken der Seite einladen.

Der Ernst des Lebens muss draußen bleiben

Fazit: Nicht jeder Social Networker wird auf Pinterest sein neues Zuhause finden. Hier tummeln sich die Schöngeister, die Kreativ-Elite und Individualisten. Politik, Wirtschaft, Technik…. Alles Themen, die es (leider?) nicht auf die Pinterest-Agenda geschafft haben.

Aber vielleicht ist genau das das große Potential des Netzwerks: Ein Universum der schönen Dinge und Ideen, das die harten Themen der Welt den anderen überlässt und sich in dieser Rolle durchaus wohlfühlt.