Und jährlich grüßt das Murmeltier. Wie jedes Jahr, sorgte #Facebook auch am vergangenen Freitag wieder für einen medialen Aufschrei der Datenschützer und räumte sich selbst durch die neuen Geschäftsbedingungen noch mehr Möglichkeiten ein, den Nutzer zu durchleuchten und seine Daten zu vergolden. Das Netzwerk will seine Werbung noch gezielter auf den Nutzer zuschneiden, daher sammelt es nun sämtliche Daten, die Nutzer auch außerhalb der Plattform preisgeben, inklusive Standortdaten und Surfverhalten. Facebook wertet die Vorlieben der Nutzer nun nicht mehr ausschließlich über die "Gefällt mir"-Angaben auf der Plattform aus, sondern verfolgt diese auch auf anderen Webseiten und Apps im Netz. Wer sich also beispielsweise häufiger auf Technikblogs und Sportseiten herumtreibt, gilt für Facebook künftig als technikaffiner Sportfan. Diese Information nutzt Facebook, um zukünftig gezielt Werbung aus dem Sport- oder Technikbereich zu schalten. Diese Daten werden zudem nicht nur von Facebook genutzt, sondern von allen Partnern die das neue Werbenetzwerk "Atlas" von Facebook nutzen. Warum dies geschieht ist recht schnell erklärt: Je zielgerichteter die Werbung auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten wird, desto mehr kann Facebook von den Werbetreibenden verlangen. Die Änderung tritt automatisch in Kraft, ohne manuelles Akzeptieren der neuen AGB. Durch die weitere Nutzung des Netzwerks stimmt man den neuen Geschäftsbedingungen automatisch zu.

Wie kann man sich gegen die neuen AGB zur Wehr setzen?

Die einfachste und schnellste Methode: Das eigene Facebook-Profil löschen.

Wem das zu drastisch ist, kann es Facebook zumindest mit einigen kleinen Tricks erschweren an sämtliche persönlichen Daten zu kommen:

In den Facebook-Einstellungen unter dem Menüpunkt "Werbeanzeigen" findet man drei Optionen:

Schritt 1: Im Menüpunkt "Webseiten Dritter" auf "Bearbeiten" klicken und das Drop-Down-Menü auf "Niemand" stellen. Damit verbietet man Facebook die Verwendung des eigenen Profilbildes in Werbeanzeigen.

Schritt 2: Facebook schließt aus den "Gefällt mir"-Angaben von Freunden, welche Werbungen auch für den jeweiligen Nutzer interessant sein könnten. Um das zu verhindern sollte man im Menüpunkt "Werbeanzeigen und Freunde" ebenfalls auf "Bearbeiten" klicken und auch hier das Drop-Down-Menü mit der Beschreibung "Kombiniere meine sozialen Handlungen mit Werbeanzeigen für" auf "Niemand" stellen.

Schritt 3: Hier wird es etwas kniffliger, denn Facebook bietet im dritten Menüpunkt keine direkte Einstellmöglichkeit an. Hier wird geregelt ob Facebook die Internetnutzung überwachen darf. Es finden sich drei Links die jeweils auf eine externe Webseite weiterleiten. Der Link, der uns in diesem Fall interessiert führt zu der externen Webseite "European Digital Advertising Alliance". Dort wählt man sein Land aus und dann den Menüpunkt "Präferenzmanagement". Hier finden sich sämtliche Anbieter, welche nutzerbasierte Daten für Werbezwecke sammeln und nutzen dürfen. Es kann einen Moment dauern, bis sämtliche Unternehmen aufgelistet sind. Einfach bis zum Eintrag "Facebook" scrollen und ausschalten. Man kann bei der Gelegenheit selbstverständlich auch den anderen Anbietern den Zugriff verweigern.

Schritt 4: Wer nicht möchte, dass Facebook die Standortdaten übermittelt bekommt, kann entweder die App auf dem #Smartphone komplett löschen und Facebook nur noch über den Browser besuchen oder einfach die Ortungsfunktion der Facebook-App in den Smartphone-Einstellungen deaktivieren.

Es hilft übrigens nichts, auf der eigenen Pinnwand zu posten, dass man den AGB widerspricht. Es gibt keine Möglichkeit den neuen Geschäftsbedingungen zu widersprechen, außer Facebook nicht mehr zu nutzen. #Internet