Die EU-Kommission will gegen das sogenannte "Geoblocking" in Europa vorgehen. Geoblocking bezeichnet das geografische Sperren von Inhalten im #Internet. Vor allem auf der Videoplattform Youtube oder dem immer bekannter werdenden Streamingservice Netflix machte sich Geoblocking bemerkbar, mit Meldungen wie "Dieses Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar."

Bisher konnten diese Ländersperren für Filme, Serien und Videos im Internet mit Hilfe von VPN oder Proxy-Servern umgangen werden. Solche Dienste verschleiern den tatsächlichen Standort des Nutzers und ermöglichen es so, auch Videos und Streams anzuschauen, die sonst regional beschränkt wären. Entscheidend für diese Ländersperren sind die Lizenzen, die von den jeweiligen Filmindustrien ausgegeben werden.

Vor allem Netflix-Nutzer greifen gerne auf diese Dienste zurück, um so auch Filme und Serien sehen zu können, die sonst in ihrem Land nicht, oder noch nicht verfügbar wären. Für Netflix selbst hat diese "VPN-Piraterie" keine direkten Folgen, doch wird von den Filmstudios Druck gemacht, jene Nutzer, die sich mit Hilfe solcher Methoden Zugriff auf, nicht in ihrem Land freigegebene Inhalte verschaffen, zu sperren.

Nun will die EU-Kommission Geoblocking im Internet ganz abschaffen. Andrus Ansip, Vizepräsident der Kommission selbst sage von sich, dass er Geoblocking aus tiefstem Herzen hasse. Laut Ansip befindet sich Europa in einem "digitalen Hausarrest" und das "Aussperren keine Gewinnstrategie wäre". Am 6. Mai sollen "spezifische Lösungen" angekündigt werden.

Eine Abschaffung der Ländergrenzen für Internetinhalte würde auch Netflix CEO Reed Hastings begrüßen. Kein Wunder, würde doch Netflix davon stark profitieren, und wäre endlich in der Lage in allen Ländern die gleichen Inhalte anzubieten und dadurch seine Zielgruppe zu vergrößern.

Laut Hastings wären die VPN-Nutzer zahlungswillig, würden aber nicht bekommen, wofür sie zahlen. Ein Problem, dass durch die Abschaffung des Geoblockings gelöst werden könnte. Für die Filmindustrie ist die Lizenzierung ein großer, wichtiger Teil des Geschäfts, doch laut Hastings wäre das Problem mit der Verfügbarkeit leichter zu beheben als das, der nicht-zahlenden Nutzer.

Neben der Idee, das Geoblocking abzuschaffen, will Ansip auch das Einkaufen im Internet über Ländergrenzen vereinfachen. Laut EU- Kommission würden nur 15 Prozent der Verbraucher online Waren aus dem Ausland kaufen. Als Grund dafür nennt Ansip die oft sehr hohen Versandkosten, immerhin liegen die Zahlen für Online-Käufe im Inland bei 44 Prozent. Auch eine Reform des Urheberrechts soll angesteuert werden, um Menschen den Zugang zu Kulturgütern zu erleichtern.