Der grassierenden Verbreitungssucht von ungeprüften Inhalten will #Google künftig den Riegel vorschieben.

Google möchte endlich der kaum zu bremsenden Informationsflut im #Internet durch Inhaltskontrollen beikommen. So untersucht das Unternehmen seit März 2015 Webseiten bezüglich ihrer Vertrauenswürdigkeit. Softwareingenieure des Unternehmens kündigten diese Maßnahmen, sogenannte wissensbasierte Vertrauenswürdigkeitsmaßnahmen, kürzlich an. In der Zwischenzeit wurden mehr als 120 Millionen Seiten bereits dahingehend getestet. Der neue Google Suchalgorithmus konzentriert sich ab jetzt auf besondere Qualitätsmerkmale. Sinnlose Inhalte straft die Suchmaschine künftig ab, indem solche Webseiten im Ranking nicht mehr auf den vorderen Plätzen zu finden sind.

Wahrheit - in Suchmaschinen eher beliebig

Wissensbasierte Vertrauenswürdigkeitsmaßnahmen sollen künftig wesentlich mehr Bedeutung erhalten als der verbreitete Klick-Populismus. Künftig möchte Google eine seriöse Datenbank werden. Ob sie das schafft? Bereits 2014 hat Google angekündigt, seine Datenbank mit Wissensdaten zu füttern. Durch „Knowledge Vault“ sollen Suchanfragen also künftig zu geprüften und wahren Ergebnissen führen. Google möchte sich durch diese Strategie davor schützen, eine Plattform für unhaltbare Behauptungen, Gerüchte und Halbwissen zu werden. Damit verfolgt das Unternehmen natürlich nicht den Anspruch, die absolute Wahrheit zu vertreten. Es geht eher um die wahrscheinliche, bzw. die höchstwahrscheinliche Wahrheit, sofern es die überhaupt gibt.

Selbst von der höchstwahrscheinlichen Wahrheit sind Ergebnisse der Suchmaschine bis jetzt oft meilenweit entfernt. Die junge Internet-Generation füttert sich überwiegend mit ungeprüften, nicht wissenschaftlichen und nicht belegten Halbwahrheiten, gibt sie aber gerne als ultimative Wahrheit weiter. Google also als Retter des echten Wissens? Sicher nicht, die Strategie dient letztendlich auch nur der Gewinnoptimierung, indem man versucht, die endlose Flut von Nichtssagendem durch brauchbare Inhalte zu ersetzen. Wer sucht künftig mit Google, wenn er nur noch auf unnützes Pseudowissen stößt?

Die wahrscheinliche Wahrheit nach philosophischen Maßstäben wird für Google immer wichtiger, selbst wenn man sie schwer messen kann. Aber der gute Ruf steht auf dem Spiel. Man verfolgt also Strategien, die plausible Aussagen präferieren, wobei natürlich immer noch mathematische Wahrscheinlichkeiten die Marschrichtung vorgeben. Trotzdem lautet die Fragestellung bei Google ab sofort: Mit welchem Grad der Wahrscheinlichkeit sind alle von Google algorithmisch untersuchten Informationen und Werte richtig oder falsch? Mit Pseudowissen kommt man also künftig nicht mehr so schnell auf die vorderen Plätze der Suchmaschine. Gut so.