Unmoralische und sittenlose Berührungen sowie unanständige Bemerkungen. Nach einer Umfrage sollen bereits jede fünfte Frau und auch zahlreiche Männer solche Belästigungen am Arbeitsplatz erlebt haben. Die Frage, die man sich jedoch stellt, ist: Wo fängt sexuelle Belästigung an und wo hört sie auf? Kann man sexuelle Belästigung klar eingrenzen?

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) führte eine Umfrage zu diesem Thema durch. Medienberichten zufolge sollen bereits mehr als die Hälfte der Angestellten insistiert geworden sein. Zudem ging aus den Ergebnissen der Umfrage hervor, dass die wenigsten Arbeitnehmer ihre konkreten Rechte kennen. Auch die Arbeitgeber sind nur unzureichend darüber informiert, wie sie ihre Mitarbeiter gezielt vor solchen Aufdringlichkeiten bewahren können. Laut der "Süddeutschen" hatten 81 % keine Kenntnis davon, dass der Arbeitgeber der Pflicht, seine Angestellten vor sexuellen Übergriffen zu schützen, nachkommen muss. 70 % der Befragten offenbarten, dass sie keinen Ansprechpartner für solche Situationen hätten. Somit wird deutlich, dass in Bezug auf sexuelle Belästigungen mangelnde Informationen vorliegen und das Thema in Deutschland sehr ernst zu nehmen ist.

Initiatoren sind überwiegend Männer

Unerwünschte sexuelle Berührungen oder Sprüche, die einen sexuellen Hintergrund beinhalten: "Na komm schon, setz dich doch auf meinen Schoß!" So etwas darf und muss man sich nicht gefallen lassen, weder als Mann, noch als Frau. Medienberichten zufolge sind es größtenteils die Männer, die sowohl verbal, als auch körperlich Grenzen überschreiten. Überwiegend kam es im Büro zu sexuellen Übergriffen, so die "Süddeutsche". Jedoch ist aber auch auf Betriebsfesten beispielsweise die Gefahr solcher Aufdringlichkeiten sehr hoch. Durch die Ergebnisse der Umfrage wurde ebenso deutlich, dass es meist immer noch von Männern praktiziert wird, die ihre Position und Macht gegenüber den Frauen verdeutlichen wollen. Daher könnte man sagen, dass sich in gewisser Weise eine Hierarchie bildet. Diejenigen, die auf einer höheren Stufe stehen, belästigen Frauen häufiger sexuell als die, die einer niedrigeren Stufe angehören. Laut der "Zeit" können solche sexuellen Übergriffe auch dramatische Folgen für die Opfer haben.

Handlungsempfehlungen sollen konzipiert werden

Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) Jutta Allmendinger sieht sich dazu verpflichtet, gemeinsam mit Klaus Wowereit (SPD) Handlungsempfehlungen für sexuelle Übergriffe zu entwerfen. Medienberichten zufolge soll die Frage im Fokus stehen, wie Arbeitgeber die enormen Wissenslücken zu dem Thema auffüllen können. Zudem soll angeblich die Zweimonatsfrist verlängert werden, da diese für zu knapp gehalten wird. Bis zum Jahresende sollen deutliche Handlungsempfehlungen vorliegen.