"Die Angebote keines deutschen Videostreaming-Portals stellt seine Nutzer wirklich zufrieden!" Am 26. Februar 2015 bescheinigte die Stiftung Warentest mit diesem Satz miese Testnoten für die führenden VideoOnlineportale wie Watchever, Maxdome oder Netflix. Im Netz wurde die Verbraucherbehörde in Foren nicht zimperlich angegriffen, weil die Tester ausgerechnet die Videothek um die Ecke empfohlen haben - ein Auslaufmodell.

Wie gut sind deutsche Onlinevideotheken, ihr Angebot, ihr Service? Wir testeten die Anbieter vom 16. bis 27. März 2015 auf zwei regulären Samsung Smart TV, Baujahr 2013 und 2014, mit den jeweiligen Apps der Anbieter, über einen DSL 6000 Anschluss (diese Geschwindigkeit wird für HD-Inhalte mindestens empfohlen).


Netflix: Am 16. September 2014 startete der amerikanische Streamingdienst in Deutschland, der sich von der Konkurrenz vor allem mit hochwertigen Produktionen, die auch in Originalfassung verfügbar sind, abheben will. Mit Erfolg. Ob "Orange is the new Black" (Serie über Frauenknast), "Better Call Saul" (Serie über einen schrägen Anwalt), "House of Cards" (die aktuelle Staffel ist momentan noch für Sky lizenziert) oder "The Returned" (Remake einer französischen Serie) - Netflix produziert wirklich aufwendige Serien, die uns gefesselt haben. Das weiß wohl Netflix auch zu gut. Denn der Anbieter ist seit Anfang des Jahres dazu übergegangen, bei bestimmten Neustarts von Serienstaffeln, jede Woche immer nur eine Folge freizugeben, sprich man kann eine aktuelle Staffel nicht in einem Stück sehen. Damit will man umgehen, dass Neukunden im Freimonat - den gibt's auch hier - eine ihrer Lieblingsserien vollständig anschauen und sich wieder abmelden. Im Abo kostet Netflix 8,99 EUR inklusive HD. UHD (Ultra HD) ist gegen Aufpreis ebenfalls bei ausgewählten Sendungen verfügbar. Der Jugendschutz hat uns nicht überzeugt. Die Anmeldung war in unserem Fall - in der benannten Woche - ohne Verifikation möglich, anschließend mit Vollzugriff auf FSK18-Inhalte. Das darf nicht passieren. Wir haben die Pressestelle über die Lücke informiert.


Fazit: Netflix lohnt sich vor allem für Serienjunkies. Die Bildqualität ist überdurchschnittlich gut, das Menü einfach und übersichtlich. Das Filmangebot überzeugt nicht wirklich und ist im Vergleich zur Konkurrenz noch dünn. Zwar findet man in jeder Rubrik durchaus mal einen aktuellen Blockbuster, aber in der Vielfalt kein Vergleich zu Sky Online oder Maxdome (siehe Teil 1).

Amazon Prime Instant Video: Ohne Frage, der Überflieger schlechthin. Amazon hat in den letzten Monaten sein Angebot an Filmen aufgestockt. Streifen, die noch vor kurzem im teuren Sky Filmabo liefen, wie z.B. die Neufassung von "Evil Dead" oder "After Earth", bekommt der Amazonkunde in seinem Paket für 7,99 EUR (reines Streamingangebot) oder für 49,00 EUR im Jahr mit der Primemitgliedschaft (beinhaltet auch kostenlosen, schnellen Versand für Millionen Amazon Artikel). Das sehen wohl aber die Rechteinhaber nicht gern. Es gibt durchaus Blockbuster, z.B. von Warner Bros, die für Amazon erst viel später freigegeben werden - da schaut der Zuschauer ratlos in die App. Man kann nur spekulieren, aber die Preispolitik von Amazon geht den Filmkonzernen wohl gegen den Strich. Der erste Monat ist auch hier gratis. In Serien holt Amazon auf und startete erst erfolgreich seine zweite Staffel von "Alpha House". Die Bildqualität ist gut, hat uns bei vier Blockbustern nicht immer in HD überzeugt. Der Jugendschutz ist konsequent, Anmeldung mit Ausweisdaten für die Freischaltung von FSK18-Inhalten und Filme mit keiner Jugendfreigabe müssen zusätzlich autorisiert werden. Daumen hoch dafür! Die Abrechnung erfolgt über die Zahlarten im Account. Negativ: Der Login in die Filmapp erfolgte unverschlüsselt, eine Sicherheitslücke. Hier muss nachgebessert werden.


Fazit: Bei Amazon Prime Instant Video stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Viele Blockbuster warten auf den Filmfreak und fast alles gibt's in HD ohne Aufpreis. Die Zahlung läuft über die Zahlarten im Amazon-Account. Wer sonst nie bei Amazon bestellt, kann als Neukunde im Filmpaket den Bankeinzug oder Kreditkarte als Zahlungsmittel wählen. Brandneue Blockbuster gibt's aber auch hier nur gegen Extragebühr auszuleihen. Der Kundenservice und Support läuft direkt über Amazon und ist überdurchschnittlich, egal ob per Telefon, E-Mail oder Chat.

Lesen Sie im letzten Teil 3 in den kommenden Tagen den Test beim spanischen Newcomer "Wuaki" sowie "Watchever"! #Internet #Testbericht #Fernsehen