Kinder kommen, nach neuesten Untersuchungen, im Alter zwischen acht und zehn Jahren das erste mal mit #Internet Pornographie in Berührung. Pornographische Darstellungen sind für Kinder absolut nicht geeignet - darüber sind sich alle Experten klar. Wie schaut allerdings die Praxis aus? Verbotenes ist interessant - das kennen die Eltern aus ihrer eigenen Jugend. Man muss also als Elternteil den mühsamen Weg gehen und erklären, warum man sich diese Bilder und Filme nicht anschauen soll. Für sehr viele Eltern ist aber konkret absolut unklar, welche "Angebote" es im Internet in dieser Richtung gibt. Einer Illusion dürfen sich aber Eltern nicht hingeben: ihr Kind "stolpert" nicht zufällig über pornographische Seiten. Das Informationsnetzwerk von Kindern und Jugendlichen ist in diesem Bereich - inklusive dem technischen Aspekt - dem der Eltern um Welten überlegen.

Kostenlose und für jeden frei zugängliche Pornographie online - warum?

Die Basis ist ein riesiges weltumspannendes Netzwerk an Anbietern, die mit kostenlosen Angeboten zahlende Kunden für verschiedenste Angebote anlocken möchten. Dabei handelt es sich um rechtlich legale Pornographie, wobei allerdings die Verbreitung von "harter Pornographie" in Deutschland verboten ist und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird. Der Interpretationsspielraum ist allerdings groß. Sexuelle Handlungen in Verbindung mit Gewalt wäre grundsätzlich verboten, allerdings mit einer Ausnahme; wenn alle Akteure damit einverstanden sind, ist es nicht mehr strafbar. Die Server für pornographische Filme und Bilder stehen auf der ganzen Welt und sind unmöglich aus dem Verkehr zu ziehen. Über diese kostenlosen Porno-Seiten werden dann meist fragwürdige Angebote vertrieben. Dazu zählen Glücksspielanbieter (legale und illegale), "Schnell-Reich Systeme" und natürlich Pornografie gegen Bezahlung. So werden dann die entsprechenden Gewinne erzielt die jährlich in die Milliarden Dollar gehen. Auch in pc-technischer Hinsicht sind diese Seiten nicht ungefährlich. Oft werden im Hintergrund Programme installiert, die den Benutzer ausspähen sollen.

"Zufällig" kann man auf keine Pornoseite geraten!

Es ist ein Märchen, dass explizite pornographische Angebote "einfach so", z.B. über Pop-Ups (sich automatisch öffnende Seiten), erscheinen. Natürlich gibt es "erotische Kontaktseiten" im Internet, die ganz offiziell beworben werden dürfen. Diese halten sich aber sehr genau an die Regeln - will man sich registrieren und das Angebot nutzen ist es nicht kostenlos, man benötigt eine Kreditkarte und meist gibt es auch einen Alterscheck. Ihr Kind muss allerdings nur vier bis sechs Begriffe wissen, die man in Suchmaschinen eingeben muss, um online in ein unbegrenztes und für jeden zugängliches Pornoangebot vorzudringen. Alle Filme sind ganz einfach anklick- und abspielbar und problemlos zugänglich. Unterteilt sind die Filme in Kategorien, die von Softporno bis zu extrem gewalttätigen und absolut perversen Szenen gehen. Explizit verbotene Pornographie ist allerdings nicht enthalten. Man wird zum Beispiel ganz sicher keine Angebote finden, die auch nur in irgendeiner Weise an Kinderpornographie anstreifen könnten. Mit sogenannten "Tags" kann man die Vorlieben ganz genau eingrenzen und bekommt die Wunschfilme präsentiert. Es ist absolut klar festzuhalten: 100% dieser Filme sind für Kinder und Jugendliche absolut nicht geeignet, selbst bei Erwachsenen können sie bei labilen Personen zu Persönlichkeitsänderungen führen. Das soll aber kein generelles Urteil über Pornografie sein.

Räumliche und technische Möglichkeiten des Schutzes

Es gibt Programme, die am PC die Eingabe bestimmter Suchbegriffe sperren. Diese Maßnahme allein genügt aber nicht. Kinder sollten grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt surfen. Hier ist das Netzwerk der Eltern gefordert - auch bei Freunden sollte online surfen ohne Aufsicht nicht möglich sein. Für Kinder bis etwa zwölf Jahren ist ein derartiges Schutzsystem durchaus umzusetzen. Internet am Handy muss tabu sein - ein Handy ist zum Telefonieren da und nicht zum surfen. Man sollte als Elternteil auch darauf schauen, welche Medien am Handy gespeichert sind. Gerade der Austausch von Videos über das Handy ist unter Kindern eine "Imagefrage". Wer hat die "außergewöhnlichsten" Videos? Wobei allerdings oft der genaue Hintergrund und die möglichen Konsequenzen des Gezeigten nicht verstanden werden - und das ist besonders schädlich und gefährlich.

Verbote

Verbote machen das Verbotene interessanter. Dieser Leitsatz ist so alt wie die Menschheit. Deswegen muss man unbedingt von Beginn an den mühsamen Weg des Erklärens gehen. Sowohl PC Spiele als auch Pornographie kann in eine Art Schein- oder Parallelwelt führen. Für ältere Kinder und Jugendliche lässt sich die "online Sperre" natürlich nicht aufrecht erhalten. Reale Beziehungen machen aber meist sehr schnell die digitale Welt höchst uninteressant. Außer dem Smartphone als Kommunikationsmittel natürlich. Begleitet man die Kinder aufmerksam und sensibel beim Erwachsenwerden, wird man schnell merken, wie sich die Interessenslage verändert. Man darf aber ein Faktum nicht verleugnen. Das Internet ist mit Sex- und Pornographieangeboten groß geworden. Noch bevor der erste online Shop aufgemacht hat, hatte die Pornoindustrie schon das Internet erobert. Derzeit schätzt man, dass etwa 400 Millionen Seiten online pornographische Inhalte zum Thema haben. Trotzdem hat sich das Gesamtbild normalisiert. Etwa 15% der online Inhalte sind aktuell pornographischer Natur.

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