Wie auf „ibtimes.co.uk“ zu lesen, wurde der ehemalige Reuters Journalist Matthew Keys für schuldig befunden, Anonymous Aktivisten geholfen zu haben in die Website der Los Angeles Times einzudringen um Veränderungen an einem Artikel vorzunehmen.

Wandert ehemaliger Reuters-Mitarbeiter wegen der Unterstützung von Anonymous-Aktivisten ins Gefängnis?

Das Strafmaß ist gesalzen und könnte dem US-Journalisten Matthew Keys bis zu 25 Jahre Haft einbringen. Dem ehemaligen Reuters-Mitarbeiter wird die Beteiligung an einer Verschwörung, die Verursachung von Schaden an einem Computersystem sowie der Versuch und die tatsächliche Übertragung von bösartigen Codes, vorgeworfen. Eine Jury in Sacramento hat diese Anklagepunkte nun bestätigt und Keys für schuldig befunden. Das Urteil scheint noch nicht rechtskräftig zu sein, denn Keys Anwalt will, Zeitungsangaben zufolge, in die Berufung gehen.

Anschuldigungen reichen zu Anonymous – Maulwurf Hector Xavier Monsegur zurück

Der Fall Matthew Keys, der ins Jahr 2010 zurückreicht, ist insofern spektakulär, weil er noch auf Anschuldigungen des FBI - Informanten und Anonymous - Maulwurfs Hector Xavier Monsegur, besser bekannt als Sabu, basiert. Der Mitbegründer der Anonymous-Gruppierung LulzSec arbeitete über zehn Monate hindurch mit dem FBI zusammen und beschuldigte im Zuge dieser Tätigkeit den Ex-Reuters-Mitarbeiter Keys, die Passwörter der Los Angeles Times – Webseite herausgegeben zu haben. Der dadurch entstandene Schaden lässt sich aber durchaus als Gering bezeichnen, denn Angaben von „golem.de“ zufolge, war der Schaden nach ungefähr 40 Minuten wieder behoben.

Legte Keys sein Geständnis unter Medikamenteneinfluss ab?

Im Zuge einer Bundes-Untersuchung wurde der Laptop von Keys beschlagnahmt und 2013 offiziell Anklage erhoben. Später widerrief er allerdings sein Geständnis wieder und behauptete, zum Zeitpunkt des Geständnisses unter dem Einfluss einer doppelten Dosis eines Medikaments namens „Trazodon“ gestanden zu sein. Dieses Medikament wird zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen verwendet.

Steht das mögliche Strafmaß für die Unterstützung von Anonymous in Relation zum entstandenen Schaden?

Bleibt mit Spannung abzuwarten, wie hoch das Strafmaß tatsächlich ausfallen wird. Die Festsetzung der Strafe soll Zeitungsangaben zufolge am 20. Januar erfolgen. Kritisiert wird vor allem die Höhe des möglichen Strafmaßes in Bezug auf den entstandenen Schaden, denn 25 Jahre Gefängnis für eine 40minütige Unkenntlichmachung eines Artikels durch Anonymous, steht für viele Kritiker in keiner Relation. Ein Umstand, der auch von Edward Snowden auf Twitter kritisiert wird. Derzeit ist das Kollektiv Anonymous durch die „Operation Nimr“ und die „Operation Schwarzer Oktober“ in aller Munde.

Fotos: See-ming Lee – CC-BY 2.0 – flickr.com, Vimeo Screenshot #Internet