Was sich Sean Murray, seines Zeichens Entwickler der Spieleschmiede „Hello Games“  und Verantwortlicher für das Weltraumsurvivalspiel No Man’s Sky wohl grade denkt?

Wenn er sich die über Siebzigtausend Kommentare zu seinem neusten Projekt auf der Online-Spieleplattform Steam anschaut, wohl eher nichts Gutes. Noch nie wurde nämlich dort ein Spiel derart oft und ausgiebig negativ kritisiert wie Sean’s „Baby“. Schaut man sich die Kommentare genauer an, erfährt man auch warum. So heißt es immer wieder, dass seine Aussagen und Versprechen, die er vor dem Release des Titels der Öffentlichkeit preisgab, nicht nur nicht erfüllt, sondern auch zum großen Teil gelogen seien.

Auch Gaming-Journalist Geoff Keighley äußerte sich erst kürzlich in seiner Live-Webshow "Live With Youtube Gaming" kritisch gegenüber Murray (siehe unten das Video dazu) und seinem Projekt. Er geht auf das ungenutzte Potential des Spiels ein und findet direkte Worte, wie unfair sich der Entwickler gegenüber seinen Fans verhalten würde. Selbst die Publisher des Spiels "Sony Worldwide Studios" finden die PR-Strategie, die Murray einschlug, fragwürdig. Sony Präsident Shuhei Yoshida äußerte sich zur angespannten Situation und versteht die harte Kritik an Murray, betonte aber auch, dass er kein PR-Mensch sei und in einem kleinem Team ohne viel Unterstützung auskommen musste, außerdem würde er sich über neue Inhalte des Spiels sehr freuen.

Das "Gelbe vom Ei"

 Eigentlich schade, dass Murray seine Versprechen nicht halten konnte, denn die hatten es tatsächlich in sich, oder welchem halbwegs ambitionierten Mensch, der sich selbst als „Spieler“ beschimpft, klappen nicht sofort die Mundwinkel nach unten und verspürt unwillkürlich einen inneren Erkundungstrieb, wenn man die Worte „frei zugänglich“ und „Universum, bestehend aus über Siebzehntrillionen Planeten“ in einem Satz hört. Nun ja, das sollte es geben und das bekam man dann auch im „fertigen“ Spiel, allerdings aber auch nicht viel mehr, was nennenswert wäre. Dem Spiel fehlte es an Langzeitmotivation und einer packenden Geschichte.

Große Worte...

Verständlicherweise regen sich also tausende Menschen, die das Spiel käuflich erwarben, wohlbemerkt zu einem stolzen Preis von 60 Euro und darüber hinaus diejenigen, die freiwillig auf Kickstarter für das Spiel gespendet haben, zu Recht auf. Wie sich Murray zu den zahlreichen Anschuldigungen gegen ihn nun verhält, bleibt aber abzuwarten. Eine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen soll noch Ende Oktober folgen.

 

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