Bemerkenswert viele Menschen Angst um ihre Daten haben. Dabei sind Daten an sich erst einmal wertlos. Daten werden erst dann brisant, wenn man genug davon hat, um unter Zuhilfenahme weiterer Techniken daraus Informationen bzw. Wissen zu generieren. Wenn ein staatlicher Dienst also auf zig Terrabyte von Daten sitzt, ist das alles erst mal ein Müllhaufen voller Einsen und Nullen.

Um daraus wirklich brisante Informationen zu filtern, brauchen sie sehr gut ausgebildete Menschen, die alle eingehenden Daten und Fakten sichten, bewerten und interpretieren. Erst ab dieser Stelle wird es heikel. Fragen Sie sich also einfach mal, wie wichtig Sie sind, dass man sich die Mühe machen sollte, sündhaft teure Fachkräfte an Ihre Rohdaten zu setzen. Mal ehrlich, Sie können sich entspannt zurücklehnen, Sie sind sehr wahrscheinlich viel zu unwichtig.

Denn es wird noch komplexer. Erst durch eine fachlich korrekte und komplizierte Kontextualisierung der gewonnenen Informationen kann ein operativ relevanter Mehrwert gezogen werden. Die Volatilität des heutigen Internets tut sein Übriges, oder um es einfacher zu sagen: Sie interessieren einfach keine staatliche Stelle. Es sei denn, Sie sind ein Schurke - aber dann sollten Sie den Staat auch interessieren, dafür ist er schließlich da.

Viel gefährlicher ist etwas anderes, nämlich der Zugang zu Massenkommunikationsmitteln für jeden, der bis Drei zählen kann. Wenn also jeder Mensch seine Gedanken öffentlich um die Welt schicken kann, teilweise sogar in professionell anmutender Weise, sind Stalking, Shitstorms, Verschwörungstheorien und Gaga-Ansichten Tür und Tor geöffnet.

Kein Land dieser Welt hat bisher Gesetze, die mit dem Tempo dieser Entwicklung schritthalten. Der Endverbraucher, aber auch und besonders Unternehmen und Freiberufler, werden teilweise wie aus dem Nichts - zum Beispiel von einem Konkurrenten initiiert - mit einem Shitstorm überrollt. Versuchen Sie dagegen mal konventionell vorzugehen - viel Vergnügen.

Bis der Anwalt auch nur einen Brief verfasst hat, für den es im Zweifelsfall gar keine rechtskräftige Zustelladresse im betroffenen Land gibt, ist das Opfer schon längst vom Shitstorm zermalmt worden. So sieht sie aus, die Welt der "sozialen" Medien am Beginn des Web 3.0. Auf angemessene Reaktionen der Politik zu hoffen, hat dabei etwas von "Warten auf Godot". Deswegen nehmen es Menschen wie ich selbst in die Hand und erledigen den Job, Opfer zu beschützen auf ihre ganz eigene Weise.

Sorgen Sie sich in Zukunft also weniger um NSA, FSB, SWR, BND, MI6 und wie sie alle heißen. Sondern gehen Sie zu ihrem lokalen Abgeordneten und machen Sie Druck, dass die Rechtslage endlich so geändert wird, dass Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo und Co. auch wirklich löschen müssen, wenn ein Shitstorm über Ihnen niedergeht. Denn aktuell winden sich die Betreiber dieser Anbieter oft noch sehr geschickt aus ihrer Verantwortung heraus. Das ist eine reale und richtig dicke Gefahr für Ihr Ansehen, Ihr Geschäft und Ihr Alltagsleben. Nicht die Geheimdienste dieser Welt. #Reputation #Cybermobbing #Reputationsschutz