Selbst Petrus mit seinem Schlüssel zum Himmelreich wird wohl staunen, über die

hochgeheimen Zeremonien der Schlüsselträger

Das hatten selbst Verschwörungstheoretiker so nicht geglaubt. War aber nötig, denn vor einigen Jahren schrammte das #Internet nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Damals war der IT-Spezialist Dan Kaminsky auf ein riesiges Sicherheitsleck im #DNS-Bereich gestoßen. Sechs Monate lang arbeiteten Spezialisten der großen Internetfirmen an der Behebung des möglichen Internet-GAU. Denn in den Rechenzentren der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) werden die DNS-Einträge aller weltweiten Internetadressen verwaltet. Würde es hier zu einem Crash oder Hack kommen, die Folgen wären immens. So treffen sich die sieben geheimen Schlüsselträger jedes Jahr zu geheimen Zeremonien, die jeden Agententhriller locker in den Schatten stellen.

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Das jedenfalls berichtete der Guardian, der 2014 solch einer Zeremonie der Krypto-Offiziere beiwohnte. Über hundert Sicherheitspunkte werden je Sitzung abgearbeitet.

Die sieben Schattenträger

besitzen keine physischen Schlüssel sondern lediglich Smartcards, auf denen Stücke des Codes gespeichert sind. Keine elektronischen Signale gelangen aus den Sicherheitsbereichen hinein oder hinaus. Sicherheits- und Reinigungskräften ist der Zutritt streng verboten, kleinste Erschütterungen im Raum werden registriert.

Das Internet ermöglicht die Nutzung von Internetdiensten wie WWW, E-Mail, Telnet, Usenet und FTP. Jeder Rechner kann sich mit jedem anderen Rechner verbinden. Der Datenaustausch zwischen den verbundenen Rechnern erfolgt über technisch normierten Internetprotokolle. Die Technik des Internets wird durch die RFCs der Internet Engineering Task Force (IETF) beschrieben.

Man kann viele schlaue Bücher über das Internet lesen, aber begreifen wir es wirklich?

Das erinnert mich immer an den so erfrischend ehrlichen Nobelpreisträger Johannes Georg Bednorz. Dieser wurde 1987 für die Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung mit dem #Nobelpreis geehrt. Während auch hier viele Schlaumeier erklären, wie es funktioniert, meinte Bednorz lapidar:

"Warum Hochtemperatur-Supraleiter funktionieren, wissen wir selbst nicht."

So können wir also beruhigt sein, in der Gewissheit, dass unser geliebtes Internet, ohne das wir heute gar nicht mehr leben könnten, im Notfall gerettet werden könnte.

Falls ein größerer Elektromagnetischer Puls, sei er natürlicher oder menschlicher Ursache geschuldet, allerdings unsere empfindlichen Geräte treffen würde, dann wären die sieben geheimen Schlüsselträger wohl auch aufgeschmissen.

Aber noch schlimmer wäre es wohl für die Gläubigen unter uns, wenn Petrus uns den Schlüssel zum Himmel verweigern würde. Evtl. dürfte man dann wenigstens außerhalb der heiligen Gefilde ein wenig Hosianna singen - was sollte man ohne Internet auch sonst mit der Ewigkeit anfangen?