Ach, was freuen wir Gamer uns darüber, wenn Erweiterungen unserer Lieblingsspiele erscheinen - mehr Vielfalt, mehr Abwechslung, neue Mechaniken. Doch ist wirklich jede Erweiterung gekommen, um zu bleiben? Wir sprechen über eine Feature Eintagsfliege, deren Lebenserwartung rapide sinkt.

Das Ende des Drei-Klassen-Systems in Hearthstone?

Die letzte Expansion für das schon Angang 2014 erschienene Online-Kartensammelspiel "#Hearthstone", dessen Beliebtheit sich nicht zuletzt darin begründet, dass es unter Anderem den großen Markt der mobilen Spieler bedient, erschien im gerade erst vorüber gestrichenen Jahr 2016, genauer gesagt am 02.12.2016, und wurde gut von der lebhaften und großen Community des Spiels aufgenommen.

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Natürlich kommt so eine Erweiterung nicht ohne Neuerungen - Jade Golems, Handbuff-Karten, und natürlich das inzwischen beliebte "Tri-Class-System". Dieses erlaubt einzelnen Karten, von bis zu drei verschiedenen Klassen verwendet zu werden - so kann "#Kazakus" zum Beispiel sowohl von Magiern, Priestern als auch Hexenmeistern verwendet werden, aber von keiner anderen Klasse. Dieses System erlaubt findigen Spielern mit Lust am Spiel und ein wenig Zeit zum Tüfteln neue Kombinationsmöglichkeiten im Spiel und sollte Vielfalt und klassenübergreifende Lösungen bieten.

Doch zeigt die Meta, also die Struktur des Spiels, erste Anzeichen von unbalancierten Auswirkungen - und das Tri-Class-System trägt Teilschuld hieran.

Ben Brode hält Ausbau des Tri-Class-Systems für unwahrscheinlich

Kaum eine Erweiterung kommt fehlerfrei und im Endstadium daher - schon gar nicht bei einem komplexen Strategie-Spiel wie "Hearthstone".

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So gibt es derzeit gerade einmal 9 Stück der beliebten Drei-Klassen-Karten, die in regem Einsatz sind. Hier wäre also sicherlich noch deutlich Platz für weitere Ergänzungen und einen Ausbau des flexiblen Systems.

Ben Brode, Hearthstone's Game Director, hält dies jedoch für unwahrscheinlich.

„Wir haben gegenwärtig keine Pläne, die Tri-Klassen-Mechanik weiter auszubauen. Aber wir haben andere verrückte Ideen, auf die wir gespannt sind, sie zu erforschen.“, so der 34jährige #Blizzard Mitarbeiter gegenüber "mein-mmo.de", der seit 2003 für das Unternehmen tätig ist und von Beginn an, also seit 2008, an der Entwicklung von Hearthstone, damals noch unter dem Arbeitstitel "World of Warcraft Trading Card Game" bekannt, beteiligt war. Dieser Titel wurde nicht zuletzt geändert, da Hearthstone kein Trading Card Game im eigentlichen Sinne ist.

Grund hierzu scheint unter Anderem die Verwässerung der Klassenunterschiede zu sein - ist ein Paladin erst in der Lage, eine Vielzahl von Kriegerkarten zu spielen, nimmt dies dem Krieger die Einzigartigkeit - und somit den Spielern die Individualität der gespielten Klassen.

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Ob das Drei-Klassen-System im Rahmen weiterer Neuerungen komplett verworfen wird, oder die bestehenden 9 Karten als trauriges Relikt einer grundsätzlich innovativen Idee im bestehenden Standard-Kartenset einen ruhigen Lebensabend führen dürfen, ist aktuell noch nicht geklärt. Da jedoch keine neuen Karten für das Tri-Class-System nachfolgen werden, dürfte ein Abwandern der Karten in den wilden Modus auf lange Sicht absehrbar sein.

Bildquelle: Twitter (@playhearthstone)