Immer mehr Dienste weltweit werden von Maschinen übernommen, laut Geschäftsführer dem Johannes Sommer ist der digitale Journalismus mit intelligenten und selbstständig schreibenden Programmen auf dem Vormarsch, wie er in einem Interview mit "Sputnik" berichtet.

Über Wetter, Börse, Fußball braucht kein "Mensch" mehr zu schreiben

Gegenüber dem Nachrichtenportal sagte Sommer, „Wetter, Börse, Fußball – in diesen drei Bereichen kann unsere Software eigenständig Artikel verfassen“. Dies würde laut dem Retresco-Geschäftsführer im "Millisekunden-Bereich“ geschehen. Nach einem Fußballspiel hätte man unmittelbar seinen Text. Da könnte kein Mensch mithalten.

Die Maschinen können noch nicht alles alleine

Jedoch braucht auch jede Maschine ihre Daten, um überhaupt einen Artikel zu schreiben und diese Daten müssen von einem Menschen geliefert werden. Dafür brauchen die digitalen Mitarbeiter strukturierte Daten für ihre Texte, so Sommer. Diese wäre bei einer Fußballberichterstattung beispielsweise, welche Mannschaften spielten, wie ging das Spiel aus, wann fielen Tore, wann gab es gelbe oder rote Karten und so weiter. Aus diesen gelieferten Informationen würde die Maschine dann einen Bericht anfertigen.

Maschinen schreiben glaubwürdiger als Menschen

Dem Unternehmen zufolge würden die Texten bei ihren Lesern eine positive Resonanz erzeugen. Auf die Frage, ob die Leser zwischen einem Bericht von einem Menschen und einer Maschine unterscheiden können, antwortet Sommer mit einem klaren "Nein". Er sagt, wenn man es weiß, würde man es sofort sehen, doch wenn nicht, bemerke man keinen Unterschied. Studien des Unternehmen belegen, dass sich Berichte von menschlichen Autoren besser lesen lassen, doch die Testpersonen fanden die des Computers glaubwürdiger. Laut Sommer liegt das daran, dass Maschinen eher faktenbasiert schreiben würden.

Journalisten sollen sich nicht dagegen wehren

Dem Unternehmer zufolge mache es wenig Sinn, wenn sich Journalisten dagegen wehren. Sie sollten besser überlegen wie sie dieser Arbeitsweise als Arbeitsmittel dienen können. Den Lesern rät Sommer daher: „Sie müssen lernen, dass es automatisch geschriebene Texte gibt und dass es immer mehr davon geben wird.“

Eine Ende des menschlichen Journalismus sieht er jedoch noch nicht. Da der Mensch Dinge beschreiben kann, die ein Computer nicht weiß. Wie bei einem Fußballspiel "Warum gab es eine gelbe Karte? Wie haben die Spieler auf die Situation reagiert?". Aber moderne Computer können immer größere Mengen an Daten aufnehmen und erfassen. Diese können dann beispielsweise in Texte über Gerichtsprozesse fließen.

Das größte Problem hätten in Zukunft laut Sommer die Nachrichtenagenturen, da diese an verschieden Redaktionen die gleichen Texte liefern. Dort könnten die Computer für jeden Kunden individuelle Texte erstellen.

Zukunft doch nicht so düster

Somit sieht die Zukunft für den Journalismus doch noch nicht so düster aus, denn Emotionen, eigene Erfahrungen und Meinungen kann "noch" keine Maschine wiedergeben oder erfinden. #Medien #Digitalisierung #Roboter