Unter dem Motto: "Du bist nicht nur digital, du siehst auch so aus!", diskutierten am Freitagabend Studenten der TU Braunschweig und weitere interessierte Zuschauer mit Dr. Reza Asghari (Entrepreneurship Center TU Braunschweig und Ostfalia Hochschule), Dr. Olaf Heinrich (Deka) und dem Philosophen und Buchautoren #Richard David Precht ("Wer bin ich? - und wenn ja, wie viele?").

Die Braunschweigische Landessparkasse lud am Freitag, den 27. Oktober 2017 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema #Digitalisierung und deren Potentiale und Herausforderungen für unsere Gesellschaft ein, bei der Studenten und Digital Natives ihre kritischen Fragen zu den gesellschaftlichen- und wirtschaftlichen Entwicklungen der Digitalisierung den drei Hauptrednern stellen durften.

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Begonnen hatte Professor Dr. Asghari den Abend mit einem Vortrag über die Entwicklung der digitalen Wirtschaft, anhand von Beispielen erfolgreicher #Start-Up Unternehmen aus dem Silicon Valley. Von der Idee, Schlafplätze in ihrer WG in San Francisco online unter zu vermieten, entwickelten drei junge Studenten die Firma airbnb, die nun weltweit agiert und über mehrere tausend Mitarbeiter beschäftigt. "Digitalisierung sorgt für innovative Beschleunigung!", kommentierte Dr. Asghari die positiven Entwicklungen von Online Start-Ups. Doch wie kommt es, dass die meisten erfolgreichen Start-Ups in den USA gegründet werden und nicht in Deutschland, obwohl es auch in unserem Land eine Vielzahl hochintelligenter und kreativer Köpfe gibt? Laut Asghari sind vor allem kulturelle Unterschiede eine Ursache.

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Die Amerikaner sind mit ihrem Optimismus risikofreudiger, während in Deutschland das Glas nicht halb voll, sondern meist halb leer ist.

Nicht nur das Produktportfolio, sondern auch die internen Prozesse müssen dem Entwicklungsfortschritt angepasst werden.

Mit den Herausforderungen der Digitalisierung beschäftigen sich die etablierten Banken, wie der Leiter des Multikanalmanagements der Deka, Dr. Olaf Heinrich, in seinem Vortrag verdeutlichte. Die Zunahme der FinTech Dienstleister, sowie die Globalisierung und in diesem Zusammenhang die Steigerung der internationalen Transaktionen, fordern die Banken zum Umdenken auf. Zusätzlich müssen die Banken auch ihre internen Prozesse dem innovativen Fortschritt anpassen. Einen großen Vorteil sieht Dr. Heinrich allerdings in Bezug auf die Kommunikation zum Kunden. Dank des Internets haben die Sparkassenkunden die Möglichkeit, sich vor ihrem persönlichen Beratungstermin über die Produkte und Dienstleistungen zu informieren um gezieltere Fragen stellen zu können.

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Auch das Online Banking und die papierlose Depoteröffnung bieten den Klienten viele Vorteile. Nach der ausführlichen Darstellung der Online-Produkte der Sparkasse, fragten sich allerdings viele Zuschauer, ob es sich bei diesem Vortrag von Herrn Dr. Klein um eine Marketingveranstaltung der Bank handele, die in der anschließenden Fragerunde auch von einem Besucher so kommentiert wurde.

Führt Digitalisierung zu mehr Autonomie oder mehr Abhängigkeit?

Ein Highlight des Abends war für viele Zuschauer die Rede von dem bekannten Philosophen Richard David Precht. Precht beschrieb in seinem Vortrag die Entwicklung des Geldes und stellte Parallelen zu den alten Griechen dar. Zusätzlich erklärte er auch den historischen Einfluss des Geldes auf die Rechtsprechung und Gerechtigkeit. Laut Precht ist Geld das einzige, wessen Qualität sich an Quantität misst. Viel Geld wird in unserer Gesellschaft als wertvoll eingestuft. Je mehr, desto besser. Für Richard David Precht ist dies ein Anlass, sich über Sozialnormen versus Marktnormen Gedanken zu machen. In welchen Welten regiert das Geld und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? In der darauffolgenden Podiumsdiskussion stimmten ihm die anderen beiden Keynotesprecher zu, dass vor allem humane Werte in Zeiten von Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Zum Thema Digitalisierung stellte Precht die Frage ins Publikum, ob sie sich für ihr Smartphone oder ihr Wahlrecht entscheiden würden, sollten sie vor die Wahl gestellt werden. Für ein Schmunzeln bei den Zuschauern sorgte in diesem Bezug auch die Frage, ob die Gesellschaft durch die Digitalisierung somit autonomer oder abhängiger werde.

Die Zuhörer bekamen während des Deka Future Talks einen weiteren Einblick in die Komplexität des Themas Digitalisierung und werden der These zustimmen, dass es auf viele Fragen keine schwarz-weiß Antwort gibt. Trotz alledem fühlten sich viele Teilnehmer der Veranstaltung von den Podiumsdiskussionen inspiriert und warten gespannt auf weitere Entwicklungen zu dem Thema Digitalisierung und deren Potenziale und Herausforderungen für unsere Gesellschaft.