Heute leben Kinofilme oft vor allem von digitalen Effekten. Für die sorgen 3D-Künstler wie Jens Kafitz aus Hessen. In den vergangenen Jahren lebte er in Wellington in Neuseeland und verpasste dort Igeln, Bäumen und Drachen ein möglichst realistisches Aussehen.

Fast real wirkt im zweiten Teil der Hobbit-Trilogie die Szene, in der Bilbo Beutlin zwischen Goldmünzen und anderen atemberaubenden Schätzen vor den Flammen des Drachen Smaug flieht. Real ist dort aber nur der kleine Hobbit. Die Kulisse ist am Computer entstanden. Für digitale Kulissen sorgt ein ganzes Team, unter ihnen auch Kafitz. „Jedes Blatt, jeder Baum in den digitalen Wäldern vom Hobbit wurde per Hand gebaut und platziert, jede Schuppe des Drachen per Hand gemalt“, erklärte der Grafiker in einem Interview mit der Frankenberger Zeitung.

Die Kulissen werden von einem Team gebaut, haben dann aber noch keine Textur, sondern nur eine graue Oberfläche. Der Hesse gehört zu dem Team, dass die grauen Kulissen übernimmt und ihnen den Anstrich verpasst. Er klappt die Modelle am Computer digital auseinander: „Wenn man den Würfel an den richtigen Stellen aufschneidet, kann man ihn auffalten, bemalen und wieder zusammenkleben.“ In verschiedenen Arbeitsschritten werden beispielsweise Bäume, die als grauer Zylinder vorbereitet werden, mit Farbe und einer Oberflächentextur versehen. Über den Grauwert wird dann bestimmt, wie glänzend die Oberfläche wirkt und mit Schwarz und Weiß werden Falten und Rissen in der Rinde erzeugt. Die errechnet ein Computer aus der Farbgebung.

Insgesamt 3000 Menschen waren an den Verfilmungen der epischen Trilogie beteiligt. Darunter auch der Hesse, der die Igel von Radagast dem Braunen, im ersten Teil beispielsweise komplett selbst gestaltet hat. Er verrät aber auch, wieso Smaug im zweiten und dritten Teil plötzlich anders aussah, als noch im ersten Teil: „Bis sechs Wochen vor Erscheinungsdatum des ersten Teils war der Drache Smaug nicht Teil des Films." Das änderte sich plötzlich und sehr kurzfristig musste das furchteinflössende Tier auf die Leinwand kommen.  Für den zweiten Hobbit-Teil „Smaugs Einöde“ wurde das mystische Tier komplett überarbeitet und auf der DVD, für den ersten Teil, wurde Smaug ausgetauscht. #Kino #Hollywood