Und erneut steht fest, wer die Gewinner der diesjährigen Oscarverleihung sind. Tagelang wurde gerätselt und darüber berichtet, wer denn nun Chancen auf die begehrte Auszeichnung haben könnte.

Medienberichten zufolge soll die Jury bestimmten Kriterien folgen, um über die Nominierten zu entscheiden. So schien es schon vor einiger Zeit ziemlich klar zu sein, dass die Spielfilme „Grand Budapest Hotel“ und „Birdman“ klar die Nase vorn haben werden. Schließlich waren diese mit je neun Nominierungen allein auf weiter Flur.

Doch schon die letzte Oscarverleihung hat gezeigt, dass die Entscheidung der Oscarjury unergründlich ist.

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„American Hustle“ war ein klarer Favorit mit zehn Oscars – erhalten hat er letztendlich 0.

Attraktive Männer haben schlechtere Chancen

Jedes Jahr aufs Neue fiebern absolute Hollywood-Megastars auf die Oscarverleihung hin. Doch eines kristallisierte sich meist relativ deutlich heraus. Je höher der Sexappeal eines Mannes, desto geringer stehen seine Chancen auf einen Oscar. Davon können Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Johnny Depp ein Liedchen singen. Auf der Liste der „Sexiest Men“ waren diese immer vorne mit dabei – doch einen Oscar, den gab es für sie alle nicht.

Ganz im Gegenteil zu den Hollywood-Schönheiten. Viele der Frauen, die „Sexiest Woman“ wurden, konnten auch Oscar-Trophäen einsacken. Charlize Theron, Angelina Jolie, Penélope Cruz und Halle Berry sind nur ein paar der bekanntesten Beispiele.

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Es wäre fast schon fatal, das Ganze auf die Zusammensetzung der Jury zurückzuführen. Allerdings ist die Tatsache nicht zu leugnen, dass die Jury laut einer Studie der „Los Angeles Times“ zu drei Vierteln aus Männern besteht und das Durchschnittsalter bei 62 Jahren liegt. Möglicherweise ein Pluspunkt für die Schauspielriege der Damen.

Damit würde sich auch erklären, wieso Bradley Cooper (40) mit „American Sniper“ und Benedict Cumberbatch (38) mit „The Imitation Game“ den Oscar nicht einheimsen konnten.

Der Oscar als Mitleidsbonus

Eine überzeugend gespielte Krankheit, ob physisch oder psychisch, war schon immer wirkungsvoll um einen Oscar zu ergattern. Sei es Dustin Hoffman in „Rain Man“ oder Matthew McConaughey als HIV-Infizierter in „Dallas Buyers Club“. Kein Wunder also, dass der Favorit für die Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ Eddy Redmayne (33) den Oscar auch mit nach Hause nehmen konnte. Dieser spielte nämlich den gelähmten Astrophysiker Stephen Hawking in dem tragischen Spielfilm „Die Entdeckung der Unendlichkeit“.

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Julianne Moore wurde in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ als Alzheimer-Kranke in „Still Alice“ ausgezeichnet.

Kontaktpflege als Erfolgskonzept

Da hat Eddy Redmayne ja gerade nochmal Glück gehabt, dass er seinem größten Favoriten Michael Keaton (63) mit „Birdman“ den Oscar gerade so vor der Nase wegschnappen konnte. Schließlich wird laut einer Studie der „University of Pennsylvania“ meist der bekanntere Nominierte beim Oscar bevorzugt. Newcomer sollen es da allgemein schwerer haben, da sie meist nicht über ein allzu großes Netzwerk verfügen. Kampagnen sind hierbei das A und O, Hände schütteln und unzählige Interviews mit inbegriffen. Dies könnte Michael Fassbender 2014 für seine Rolle in „12 Years a Slave“ zum Verhängnis geworden sein. Er entschloss sich nämlich dazu keine Kampagne für sich zu machen: „Ich bin Schauspieler, kein Politiker!“ Ob er sich damit selbst einen Gefallen getan hat? Den Oscar gab es für ihn jedenfalls nicht.

„Birdman“ und „Grand Budapest Hotel“ sind im Übrigen nicht ohne Grund als Favoriten in die Oscarverleihung 2015 gestartet. Für den Film „Birdman“ gab es 4 Oscars in den Kategorien „Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Beste Kamera“. Der Film „Grand Budapest Hotel“ konnte 3 Oscars in den Kategorien „Beste Filmmusik, Bestes Make-Up und Beste Frisuren und Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild“ einstreichen. Doch auch hier sind die Entscheidungen der Oscar-Jury unergründlich. #Kino #Fernsehen