Die 34-jährige Kandidatin der letzten DSDS-Folge hat es den Juroren offenkundig angetan. In kaum einer Minute flogen ihr die Herzen der Juroren zu.

Als die selbstbewusste Liliya mit ihrem roten, an der richtigen Stelle dekolletierten Kleid die Bühne betrat, schien zumindest den Herren Bohlen, Heino und DJ Antoine die Augen herauszufallen. Der runde Ausschnitt verbarg gerade so viel, um nicht billig zu wirken, war aber sexy genug, um die Augen der Herren größer werden zu lassen. Sie erklärte, das Modell sei selbst geschneidert und sie sei Schneidermeisterin. „Lady in Red“ war dann auch die erste Assoziation der Jurymitglieder – nicht originell, aber sehr naheliegend.

Ein alter Song mit toller Stimme vorgetragen

Die attraktive Ukrainerin hatte das Outfit gezielt eingesetzt und ihre Rechnung ging auf. Dass sie das so offenkundig und ohne jede Arroganz zugab, machte sie noch sympathischer. Ebenso überzeugend wie die ersten Sekunden war ihr Gesang. Mit klarer Altstimme trug sie Marlene Dietrichs "Sag' mir wo die Blumen sind" vor. Da wurde jedem warm ums Herz. Eine tolle Chansonstimme bescheinigten ihr die vier hinter der Theke unisono. Und Bohlen bestärkte sein Urteil mit der These, dass es ja mehr als genug Stücke für sie gäbe.

Es ist eine Seltenheit, wenn Song, Stimme und Ausstrahlung so gut harmonieren wie in diesem Fall. Dass „Sag mir wo die Blumen sind“ ein Anti-Kriegs-Song ist, spielt dabei für die Ukrainerin sicher auch eine große Rolle. Klug wie sie ist hat sie den Titel sicher mit Bedacht gewählt. Ob die Jury den Hintergrund kennt, kann man bezweifeln. Liliya hat ihr Land souverän vertreten und das angeschlagene Image sicher beim einen oder anderen aufpoliert.

Harmonie bei Stimme, Outfit und Botschaft

Nicht nur aufgrund ihrer Reife gegenüber den meisten anderen Kandidaten hat mir ihr Auftreten gefallen. Es tut wirklich gut, wenn ein Mensch in Zeiten des selbst auferlegten, allgegenwärtiger Abitur- und Studienzwangs auch mal für einen „normalen“ Handwerksberuf wirbt. Mit ihrer vollen, warmen Stimme berichtete die Dame zudem von der schwierigen Situation ihrer Familie (und der Bevölkerung) in der Ukraine. Sie ist die einzige ihrer Familie, die derzeit in Sicherheit, sprich in Deutschland ist. Das rührte auch die Jury, die ohnehin völlig verzückt war. Selbst Hardcore-Polterknabe Bohlen gab sich ungewohnt milde. Auf die nächsten Songs von Liliya darf man also gespannt sein. Sicher findet sie wieder etwas Geeignetes. Ich würde ihr den Erfolg gönnen. #Musik