Wer als glattgebügelte, genormte Schönheit um die 20 eine bizarre E- oder F-Promi-Karriere anstrebt und ansonsten keine herausfordernden Berufspläne hat, für den bleibt immer noch der Bachelor und der Traum von der heilen Welt à la Disney.

Schlafzimmerblicke, Flüsterstimmen und sterile Küsse

Die Damen, die hier in Konkurrenz treten, um aseptisch gehauchte Küsse, langweilige Rosen und dröge Komplimente entgegenzunehmen, sehen alle gleich aus und scheinen, genauso wie der einzige Herr der Runde, keine hohen Ansprüche an ihre intellektuelle Entwicklung zu stellen. Warum auch, wartet doch die steile Karriere als Heimchen am Herd, wie vor 100 Jahren und regelmäßige Luxus-Dinner bei Schampus und Sonnenuntergang auf sie.

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Gesetzt der Fall, es käme zu einer realen Partnerschaft, wären die Perspektiven auf ein Leben an der Seite eines Mannes ohne Ecken und Kanten, der garantiert nach 20 Jahren die Schnauze voll haben wird und sich eine identisch aussehende, aber erheblich jüngere Gespielin zulegen wird, alles andere als cool. Macht nichts, der Pseudo-Lifestyle, der hier rüberkommt, scheint begehrenswerter zu sein, als alles andere. Tatsächlich erinnert das ganze Spektakel mehr an Bordellbesitzer, die ihre Edelnutten antanzen lassen und sie rumkommandieren. Fehlt nur die Panzerkette aus Gold an Hals oder/und Arm, aber der Herr kann ja schon mal mit völlig unzeitgemäßem, offenem Hemd anfangen.

Wird hier nie einer misstrauisch?

Carolin Kebekus findet in ihrem Verriss über den Bachelor deutliche Worte.

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Recht hat sie. Wenn das die Zukunft unserer weiblichen Jugend sein soll, dann Prost Mahlzeit. Man fragt sich, wo in Gottes Namen RTL diese Schar Blondinen (Sorry, ab und zu mogelt sich auch eine Brünette darunter) im Einheitslook aufgetrieben hat. Aber da es immer neue Staffeln der Deutschen liebsten Kuppelshow gibt, scheint es an "Nachwuchs" nicht zu mangeln. Nur mit dem Happy-End klappt es nie. Ganz anders im US-Original. Hier haben sich die "übrig gebliebene" Kandidatin und der Bachelor doch tatsächlich "in echt" vor der Kamera verliebt. Na so was. Und rührend sind ihre Berichte, wie schwer es ist, ihre Gefühle vor laufender Kamera zu verbergen - oder zu zeigen? Man weiß es nicht.

Glatte Gesichter - langweilig und kein Spiegel der Gesellschaft

Aha, könnte alles, hüben wie drüben, nur Fake sein? Richtig geraten, meine Damen, die ihr schmachtend an den Lippen des Bachelors hängt. Spiegel Online nennt die Weibchen High-Heel-Harem und den Bachelor der letzten Staffel eine besonders glatte Ausgabe genormter Traumprinz-Männlichkeit. Der Mann ist ein Narzisst und sucht eigentlich nur eine weibliche Ausgabe seiner selbst.

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Neben den "Darstellerinnen" selbst, kommt bei Spiegel Online auch RTL als Paradesender simpel gestrickter Formate nicht gut weg. Zitat:" RTL achtete penibel darauf, dass die 22 zusammengecasteten Frauen in der ersten Folge der vierten Staffel einigermaßen gerade Sätze sagten und geregelten Beschäftigungen an der Universität oder in der Parfümerie nachgehen." Das sind doch Top-Aussichten für alle Beteiligten! #Fernsehserien