Am Sonntag, den 15. März 2015, wurde in der italienischen Zeitschrift Panorama ein Interview mit den Designern Domenico Dolce und Stefano Gabbana veröffentlicht, welches wie Sprengstoff einschlug und nun zu einem Boykott-Aufruf, von Seiten führender LGBT-Verbände, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Personen einsetzen, und Prominenter, führte.

Gabbana: "Die einzige Familie ist die traditionelle"

Demnach verstehe der Designer die Familie als Zusammengehörigkeit zwischen Vater, Mutter und Kind, bzw. Kindern. Familienkonstellationen wie Regenbogenfamilien, wo Kinder mit zwei Müttern oder zwei Vätern aufwachsen, seien unnatürlich.

Werbung
Werbung

Sie seien gegen "synthetische Kinder" und "gemietete Gebärmütter". Außerdem sprachen sich die beiden schwulen Designer, die über 20 Jahre lang ein Paar gewesen waren, gegen die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Eltern aus.

Boykott-Aufruf durch Elton John und andere Prominente

Der Sänger Elton John, der gemeinsam mit seinem Mann David Furnish zwei Kinder groß zieht, welche von einer Leihmutter auf die Welt gebracht worden waren, war der erste, der sich über die Aussagen von Dolce und Gabbana empörte und zum Boykott aufrief. Unter dem Hashtag #BoycottDolceGabbana schrieb der Musiker sinngemäß folgenden Text auf Instagram: Wie könnt ihr meine wunderbaren Kinder als "synthetisch" bezeichnen?

Dieser Boykott-Aufruf wird unter anderem von der US-amerikanischen Sängerin Courtney Love und der Tennis-Legende Martina Navratilova via Twitter unterstützt.

Werbung

Dolce und Gabbana relativieren Aussagen

Gestern, am 16. März 2015, meldete die Huffington Post, dass Dolce und Gabbana in einer Presseaussendung ihre Aussagen relativiert haben und lediglich ihre eigene Sicht auf die Dinge gesagt hätten. Beleidigung wäre nie ein Ziel gewesen. Sie erklärten, dass sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hätten.

Rechte Politiker in Italien begrüßen die Aussagen

Wie das LGBT-Nachrichtenportal queer.de heute, am 17. März 2015, meldete, wurden die Zitate von Dolce und Gabbana in der rechten und rechtspopulistischen Politik-Szene Italiens gefeiert. So zitiert queer.de Senator Roberto Formigoni von der christdemokratischen NCD folgendermaßen: "Ich stehe auf der Seite von Dolce & Gabbana. Ich applaudiere dieser mutigen Aussage. Das ist Redefreiheit" Die von Elton John gestartete Kampagne ist eine Schande und darf nicht toleriert werden. Elton John ist ein Taliban und er benutzt dieselben Taktiken, die von den Taliban gegen 'Charlie Hebdo' genutzt worden sind." Unterstützung für Senator Formigoni kommt auch von der Berlusconi-Partei Forza Italia. Doch auch in den USA begrüßt die "American Family Association" die Aussagen der beiden Designer. #Mode