Mut zum Verzicht haben nicht viele in unserer Gesellschaft. Andreas Kümmert hat's getan - nach seinem Sieg beim ESC-Vorentscheid. Der Typ aus der Provinz hat eine wahnsinnig geile Stimme, gilt sogar als einer der besten Sänger Deutschlands. Aber wahrscheinlich hat er nicht das Nervenkostüm für den Starrummel, den der Erfolg zwangsläufig mit sich bringt. Andreas hat in einem Interview wohl schon einmal sinngemäß geäußert, dass er sich eher im kleinen Club wohlfühle als auf der großen Bühne. Viele Zuschauer, die für ihn angerufen haben, hat er mit seiner Entscheidung verärgert. Aber die wenigsten seiner Fans haben jemals den Stress kennengelernt, den der Medienrummel samt Terminkalender mit sich bringen kann.

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Wahrscheinlich hat Andreas das in letzter Minute realisiert. Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber schätzt den Grund für den Verzicht ähnlich ein. "Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen", so hat der 28-Jährige sich direkt nach Bekanntwerden der Ergebnisse geäußert. Noch nie hat ein Gewinner in der Geschichte des ESC abgesagt. Nach seiner Absage wurde Andreas Kümmert vom Publikum ausgebuht und im Internet beschimpft. Dabei hat er mit seinem Verzicht doch auch Glaubwürdigkeit bewiesen und Mut, denn sicherlich hat er mit einer negativen Reaktion seiner Fans gerechnet. Wahre Fans sind traurig, aber auch verständnsivoll - so wie seine Plattenfirma Universal Music. Zitat: "Er hat alles gegeben, beschäftigt sich aber auch viel mit sich selbst und seinen Dämonen. Dass er sich selbst um den Lohn seiner harten Arbeit bringt, macht uns traurig. Aber wir werden jetzt ganz in Ruhe eine Platte mit ihm machen".

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Das klingt geradezu vorbildlich im knallharten Musikgeschäft. Während die Nation weiter rätselt, was der wahre Grund für den Rücktritt vom Sieg beim ESC-Vorentscheid sein könnte, freut sich eine ebenfalls tolle Künstlerin - Ann-Sophie. Mit seinem Verzicht hat Andreas ihr den Weg an die ESC-Spitze geebnet. Für Andreas Kümmert war der Weg das Ziel und das hat er ohne Frage erreicht. Wien, wir kommen - so oder so!

Foto:  #Musik