Es ist die Überraschung des Tages: Nach fünf Jahren kehrt die Loveparade zurück auf die Veranstaltungs-Bühne! Nachdem die Parade vor ihrem abrupten Ende im Jahr 2010 ins Ruhrgebiet verlegt wurde, findet sie dieses Jahr wieder in ihrer Heimatstadt Berlin statt.

Für mehr Toleranz und Offenheit

Doch statt end- und tabuloser Techno-Megaparty schlagen die Veranstalter der Loveparade nun ernstere und auch politische Töne an. Geplant ist eine Demo der besonderen Art. Unter dem Motto „Zug der Liebe“ will sich das Organisationsteam um Jens Hohmann für mehr Miteinander und Toleranz in Deutschland einsetzen. Wie er der Deutschen Presseagentur mitteilte, wolle er noch in dieser Woche alles bei den entsprechenden Behörden anmelden. Der voraussichtliche Termin der Loveparade-Neuauflage ist der 18. Juli. Der Zug mit bis zu zehn Wagen soll vom Alexanderplatz nach Kreuzberg führen. Auf Werbung und Sponsoring will der Veranstalter bewusst verzichten. Stattdessen werden Themen wie die Verdrängung der Bevölkerung aus bestimmten Bezirken aufgrund der immer weiter steigenden Mieten und die Lage der Flüchtlinge in Deutschland während der Parade aufgegriffen.

Warum wurde nicht eine klassische Demo organisiert? „Bei einer reinen Demo kämen wohl nur 50 bis 100 Leute.

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Mit #Musik erreichen wir mehr.“, so Hohman gegenüber der DPA. Ein Revival des Kult-Festivals sei die diesjährige Loveparade jedoch nicht, betonte der Veranstalter ausdrücklich. Trotzdem dürfen sich Techno-Freunde und Nostalgiker auf eine ausgelassene Open Air-Party freuen.

Party-Ikone der 90er Jahre

Die Geburtsstunde der Loveparade fand im Sommer 1989 statt. Begründer der Musikveranstaltung war die Club-Legende Dr. Motte. Anfangs ein kleiner Straßenumzug der West-Berliner DJ-Szene, verzeichnete die Veranstaltung auf ihrem Höhepunkt im Jahr 1999 1,5 Millionen Besucher. Nachdem die Parade immer größer wurde, wurde sie schließlich von Berlin ins Ruhrgebiet verlegt. Nach der Massenpanik in Duisburg im Jahr 2010, bei der 21 Menschen ums Leben kamen, wurde die riesige Technoparty schließlich eingestellt. Eventuell wird es bei der diesjährigen Loveparade eine Gedenkminute für die Opfer der Tragödie geben.

Bild: © Arne Müseler / arne-mueseler.de / CC-BY-SA-3.0