Tokio Hotel ist auf Comeback-Tour. Vorab ein Blick zurück: Ihr Debüt hatten die Magdeburger Jungs Bill und Tom Kaulitz, Georg Listing und Gustav Schäfer im Jahr 2005 mit der Single "Durch den Monsun". Ebenfalls 2005 erschien das Album "Schrei", das sich weltweit 1,5 Millionen Mal verkaufte. Fast 10 Jahre und vier Alben später ist die Bilanz mit sieben Millionen weltweit verkauften Tonträgern durchaus beachtenswert. Großzügig gerechnet, bedeutet das einen Euro pro Tonträger für den bzw. die Künstler. Im Prinzip müsste also jedes Band-Mitglied Millionär sein.



Das letzte Studioalbum mit dem Titel "Kings of Suburbia" wurde im Oktober 2014 veröffentlicht und verkauft sich bisher nach Schätzung von Musikexperten eher schleppend.

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Die Gründe dafür könnten in der längeren Bühnenabstinenz der Band liegen. Möglicherweise haben sich die zumeist jungen Fans in der Zwischenzeit anderen Stars zugewandt. Aber viel bedeutender ist, dass das Album sich völlig von den bisherigen unterscheidet. Es handelt sich dabei nämlich um das erste, welches komplett in englischer Sprache aufgenommen wurde. "Kings of Suburbia" ist außerdem ein Stilmix aus Alternative, Pop, Rock und Electro. Wenig erinnert noch an den Gitarren-Pop, der Tokio Hotel bei den Fans so beliebt  machte. Ein Richtungswechsel ist immer riskant und resultiert möglicherweise aus einem Selbstfindungsprozess der vier Jungs. Auch wenn der große Plattenumsatz mit dem neuen Album bisher ausgeblieben ist:  Kommerzieller Erfolg ist noch lange kein Nachweis von musikalischer und künstlerischer Qualität, daher sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden, ob der neue Tokio-Hotel-Sound ihn bzw.

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sie überzeugt.

Viel kritischer zu beurteilen sind Meet & Greet-Aktionen, die sich nach Abzocke anfühlen. 150 Euro sollen Fans angeblich für die Teilnahme an einem Soundcheck, 250 Euro für ein Treffen mit Frage und Antwortspielchen und 2.000 Euro für ein sogenanntes Erlebnis-Paket blechen. Diese Special Fan-Events mit Tokio Hotel sollen ausschließlich in kleinen und exklusiven Clubs stattfinden. Wenn Fans bereit sind, diese Beträge für ihre Idole auf den Tisch zu legen, ist das okay, aber was macht der wahre Fan ohne dicken Geldbeutel? Jungs, Ihr könnt noch die Kurve kriegen, indem Ihr die Honorare Eurer Clubtour für einen guten Zweck spendet. Wie wäre es mit den Monsun-Opfern in Indien und Pakistan? Ihr wisst schon, warum... jh

Bildquelle: „Tokio Hotel“ promiflash.de Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons  #Musik