Eines muss man dem Rapper Money Boy ja lassen, er hat sich mit ein paar Tweets über den Germanwings-Absturz in den deutschen "Hassolymp" katapultiert. Da hat es bei anderen schon etwas mehr gebraucht. Mit seinen geschmacklosen Scherzen auf Twitter hat der Wiener Rapper Money Boy wohl bewusst die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Ganz wohl scheint es ihm dabei nicht mehr zu sein, hat er doch einen Shitstorm sondergleichen ausgelöst.

Während sich die Zeitungsmeldungen überschlagen twittert der Rapper:

real talk: "ich finde dass die leute lernen die meinungs- und redefreiheit von anderen zu tolerieren und nicht alles persönlich oder zu ernst nehmen und aggressiv reagieren ist auch wichtig.

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und betrifft uns mehr im alltag als 1 flugzeugabsturz der so gut wie nie vorkommt. muss ja nicht jeder stupid jokes über 1 plane crash funny finden. aber diese heuchelei und so statements wie "über den tod darf man keine jokes machen" oder "dich sollte man umbringen" sind mega wack." (Originalzitat von Twitter.com)

Vielen Leuten der Medienlandschaft Scheinheiligkeit zu unterstellen, ist sicher nicht ganz unangebracht, trotzdem muss die Grenze dort gezogen werden, wo Äußerungen verletzend wirken. Vor allem gilt der Leitspruch: "Wer austeilt muss auch einstecken können" und das scheint keine Tugend von Money Boy zu sein. Die vielen Tweets, in denen Money Boy als "Untermensch" oder noch viel Schlimmeres bezeichnet wird, müssten nach seiner eigenen Philosophie auch als Meinungsfreiheit gedeutet werden.

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Leider hört bei Money Boy, wie bei so vielen anderen, die Meinungsfreiheit dort auf, wo die eigenen Gefühle verletzt werden. Sich selbst als Opfer der Doppelmoral der Gesellschaft hinzustellen, ist in diesem Fall mehr als unangebracht.

Im Nachhinein lässt sich natürlich vieles hineininterpretieren, von der "Provokation als Kunstform" bis hin zu "der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten". In Wirklichkeit waren es wahrscheinlich einfach blöde Tweets, die Money Boy geschrieben hat, um mehr Faves und Retweets zu bekommen. Anstatt die Gesellschaft aufzufordern über ihre Scheinheiligkeit nachzudenken sollte Money Boy einfach einmal über sich selbst nachdenken und was man auf Twitter schreibt oder nicht. #Internet