Trash als Kult

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Eines ist fix: Die Sendung "1000 Wege ins Gras zu beißen" wirkt absolut polarisierend, trotzdem kann man ihr einen gewissen Reiz nicht absprechen. Die, auf Dmax ausgestrahlte Doku-Soap des amerikanischen Fernsehsenders Spike zeigt bizarre und skurrile Todesfälle samt Vorgeschichte. Fast schon genüsslich wird zelebriert, wie es zum jeweiligen Todesfall gekommen ist. Von der pferdebesessenen Nymphomanin bis hin zum, als "Big Foot" verkleideten Frauenschreck wird nichts ausgelassen. 7 Todesfälle pro Folge, samt Computeranimation über die tödlichen Vorgänge im Körper, jagen dem Zuseher kalte Schauer über den Rücken oder veranlassen ihn zu Lachkrämpfen, je nach dem.

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Kommentiert wird die Sendung mit einem schwarzen Humor, der seinesgleichen sucht.

Kann das wirklich wahr sein?

Vor allem hat sich sicherlich schon einmal jeder, der diese Sendung schaut, gefragt, ob diese Todesfälle wirklich passiert sind. Laut Eigenangabe des Senders ist jede einzelne Geschichte wahr. Zwar wird eingeräumt, dass die Handlung zugunsten der Dramaturgie ein wenig abgeändert wurde, sonst aber absolut der Wahrheit entspricht.

Ob alle Stories der Wahrheit entsprechen, lässt sich unmöglich nachprüfen. Dass einige Todesfälle wahr sind, entspricht der Realität, denn sie sind für den Darwin-Award nominiert worden und lassen sich dementsprechend leicht nachprüfen.

Wahre Todesarten

"Übel angearscht": Die Geschichte der Haushälterin, die alle mit Typhus infiziert, ist wahr und basiert auf der Geschichte der Mary Mallon, die um 1900 als Köchin arbeitete.

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Sie infizierte unwissentlich viele Menschen mit Typhusbakterien. Auch ihr Lieblingsgericht, Eiscreme mit Pfirsichen ist überliefert und überall nachzulesen. Als sogenannter "Dauerausscheider" von Typhusbakterien konnte sie zwar alle anderen infizieren, wurde aber selber nie krank.

"Habeas Corpse": Rechtsanwalt Ian Cambell möchte beweisen wie mutig er ist, nimmt Anlauf und prallt gegen die Sicherheitsglasscheibe seines Büros. Obwohl er den Trick schon ein paar Mal unbeschadet überstanden hat, stürzt er in den Tod. Schuld war ein Sprung in der Glasscheibe.

Aus den Fingern gesogen? Nein: Der kanadische Anwalt Garry Hoy will 1993 seinen Besuchern zeigen, dass die Fenster in seinem Büro unzerbrechlich sind. Obwohl auch er den Trick schon ein paar Mal unbeschadet überstanden hat, stürzt auch er in den Tod. Die Scheibe hielt der Belastung zwar stand, aber nicht die Einfassung des Fensters.

Diese beiden Fälle sind wahr. Andere Fälle sind fraglich, wie z.B. die Explosion von Brustimplantaten im Flugzeug. Ob nun alle Fallgeschichten wahr sind oder nicht, ist letztlich unerheblich. Fakt ist, dass das Leben noch grausamer und bizarrer sein kann, als man es sich ausmalen kann. #Fernsehserien