"Jeder kann Anonymous sein. Wann er will. Wie er will. Wo er will. Dass es dann unter denen, die sich Anonymous zugehörig fühlen, auch schwarze Schafe gibt, weiß jeder". Dieses, von einer Anonymous-Webseite entnommene Zitat drückt wahrscheinlich die ganze Problematik aus, mit welcher Anonymous News Germany (AnonNewsDE), seit geraumer Zeit zu kämpfen hat. Wer sich momentan mit dem Thema Anonymous beschäftigt, kommt nicht darum herum etliche Posts und Erklärungen auf diversen Webseiten zu lesen, in denen sich Anonymous von der Facebookseite Anonymous - Guter Zweck (Anonymous.Kollektiv) distanziert.

"Anonymous vs. Anonymous"

Dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird, zeigt auch ein Artikel auf der Onlineplattform "mimikama.at".

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Laut eigenen Angaben wurden die Betreiber der Plattform per Anwalt zu der Entfernung des Artikels "Anonymous vs. Anonymous" gezwungen um einer kostenpflichtigen Abmahnung zu entgehen. In diesem Artikel geht es, grob umrissen, um den Streit zweier Anonymous-Gruppierungen, um ideologische Differenzen, die Übernahme der Facebookseite Anonymous - Guter Zweck und die Themenhoheit von nur einem Administrator über diese Seite. Die Entfernung des Artikels wurde wohl wegen einer Namensnennung betrieben.

Der Autor des Artikels "Anonymous vs. Anonymous" stellt die Argumentation beider Gruppierungen gegenüber, und fragt sich am Ende welche Gruppierung die "Echte" ist. Um die Diskussion zu beleben, fordert er die Netzgemeinde zu einer Meinung über dieses Thema auf. Selbst kommt er zu dem Schluss, dass es anscheinend 2 Strömungen gibt.

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"Anon", mit den Kernthemen von Anonymous, wie Scientology und die Freiheit des Internets sowie als 2. Strömung "Anonymous.Kollektiv", mit Aufdecker- und Trutherthemen. Da der Artikel entfernt und anscheinend wieder hineingestellt wurde, waren leider keine Kommentare zum Thema zu finden.

Pro & Contra

Nach Durchsicht etlicher Kommentare von "Nicht-Anonymous-Insidern", in den sozialen Netzwerken, sind die Perspektiven zu diesem Thema unterschiedlich. Kritisch angeprangert wird, auf jeden Fall, dass ein Administrator kein Kollektiv sein kann. Ein weiterer Teil der User findet die Aussagen politisch im rechten Spektrum angesiedelt und die Einschaltung von Rechtsbeiständen bedenklich. Sie finden es auch gut, wenn sich Anonymous von dieser Gruppe distanziert.

Andererseits sehen sich viele User mit den Fragen und Themen, die auf dieser Seite angesprochen werden, in ihrer Neugierde vertreten, auch wenn sie nicht unbedingt mit dem Stil übereinstimmen. Das scheint auch die enorm hohe Zahl von über 816.000 "Gefällt mir"-Angaben zu bestätigen. Der weitaus größte Teil verfolgt die Diskussion jedoch mit großer Irritation. Stellt sich am Ende nur die Frage ob es in dieser Konfrontation überhaupt Gewinner geben kann.

Foto: Enrique Dans - CC-BY-2.0 - Flickr.com. #Facebook #Krieg