Die Fans sind fassungslos. Rund zwei Monate vor dem Grüne Hölle Rock teilten die Organisatoren des Festivals, die Deutsche Entertainment AG, heute Mittag via Facebook mit, dass dieses nicht wie geplant auf dem Nürburgring, sondern in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen stattfinden soll. Aus Kult-Festival-Stätte wird Ruhrpott-Stadion, aus vorfreudigen Fans wird eine wütende Masse. Viele machen ihrem Unmut direkt in den sozialen Netzwerken Luft, beschweren sich über zusätzliche Kosten wegen weiterer Anreise, Hotelstornierung, Flugumbuchung.

„Unüberbrückbare Differenzen“

Grund für die Verlegung des Festivals, das nach seiner Gründung im vergangenen Jahr nicht ein einziges Mal auf dem Nürburgring in der Eifel ausgetragen wurde, seien „unüberbrückbare Differenzen“ zwischen den Grüne Hölle-Organisatoren und dem Partner, der capricorn Nürburgring GmbH, so die Aussage auf Facebook.

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Bereits in den vergangenen Tagen berichteten Medien immer wieder darüber, dass es Uneinigkeiten bei der Vorausbezahlung der großen Headliner-Bands Metallica, Kiss und Muse gäbe. Auf Facebook teilten die Veranstalter nun mit: „Da wir keine Einigung erzielen konnten haben wir den Entschluss gefasst, in die Arena auf Schalke umzuziehen.“

Aus grün mach blau-weiß

Mit dem Umzug von der grünen Eifel in den grauen Ruhrpott wurde auch gleich noch ein neuer Name für das Festival veröffentlich. Aus „Grüne Hölle Rock“ wird „Rock im Revier“. Vielleicht wäre im Anbetracht der neuen Location auch der Name „Blau-Weiße Hölle“ passend gewesen.

Doch egal, welchen Namen das „neue“ Festival auch trägt, viele Fans sind schon vor dem Startschuss stark enttäuscht oder einfach nur genervt. Viele wünschen sich die alten „Rock am Ring“-Zeiten zurück und überlegen öffentlich in den sozialen Netzwerken, zu dem Traditions-Festival zurückzukehren.

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Ein Rückblick: Der Festival-Klassiker verließ den Nürburgring im letzten Jahr, als es ebenfalls Diskrepanzen mit dem Betreiber capricorn Nürburgring GmbH gab. Doch statt das Festival aufzugeben, zog Veranstalter Marek Liebermann auf den nur wenige Kilometer entfernten Flugplatz Mendig um und veranstaltet sein Festival in diesem Jahr wieder – nur eine Woche nach der Grünen Hölle.

Bitter für die DEAG: Während Liebermanns Festival lang ausverkauft ist, lief der Kartenvorverkauf für den Grüne Hölle Rock bis zuletzt schleppend. Es ist anzunehmen, dass sich deswegen weder die Deutsche Entertainment AG noch die capricorn Nürburgring GmbH in der Pflicht sahen, die Vorkasse für die großen Headliner-Bands zu übernehmen.

Es bleibt nun abzuwarten, ob sich das jungfräuliche Festival doch noch retten kann oder zu hoch gepokert hat und vor dem Aus steht, bevor es richtig begonnen hat. #Musik