Er konnte als Inbegriff eines starken und sportlichen Mannes gesehen werden: Der Stiefvater von #Kim Kardashian, Bruce Jenner, der zuletzt mit seiner Antipathie für Justin Bieber für Schlagzeilen sorgte. Ex-Olympia-Held, Macho-Mann und durchtrainierter Athlet - das sind Assoziationen, mit denen man früher Bruce Jenner in Verbindung bringen konnte. Heute wissen wir, dass seine äußere Rolle nur dazu diente, sein wahres Ich zu verbergen und seine eigentlich feminine Seite zu kompensieren. Es ist das TV-Interview des Jahres: Bruce Jenner outet sich im amerikanischen TV bei der Interview-Königin der USA, Diana Sawyer, als Transgender: "Ich bin eine Frau". Damit wird er Vorbild für viele Menschen in einer ähnlichen Situation und gleichzeitig ein Mut machendes Beispiel für gelebte Akzeptanz.

Bruce Jenner redet nicht mehr lange um den heißen Brei. Spekulationen um ihn und eine mögliche Geschlechtsumwandlung gab es viele. Nun möchte der 65-Jährige endlich so leben, wie er sich bereits sein ganzes Leben fühlt. Der Stiefvater von Reality-Starlet Kim Kardashian öffnet seinen Zopf und schüttelt sein Haar. Ein Befreiungsschlag für ihn. Auf die Frage von Diane Sawyer "Sind Sie eine Frau?" antwortet ein selbstbewusster Bruce: "Mein Gehirn ist viel mehr weiblich als männlich. Es ist schwer für Menschen, das zu verstehen, aber so ist meine Seele." Kim Kardashians Stiefdaddy fühlt sich als Frau, eine Tatsache, die er bereits weiß, seit er ein kleiner Junge ist. Mit 65 Jahren möchte der Transgender nun endlich das Versteckspiel beenden und so leben dürfen, wie er ist. Wie wohl das prüde und eher maskulin geprägte Amerika auf dieses Outing reagiert?

Bruce Jenner fällt das Outing sichtlich schwer. Er kämpft mit den Tränen und seine Angst ist förmlich zu spüren. Schwul sei er nicht, er liebe Frauen. Damit räumt er direkt das erste Vorurteil aus dem Weg. In Zukunft gibt es kein "er" mehr. Er möchte auch nicht mehr so angesprochen werden. Sein Idealbild von sich sei das einer konservativen Frau. Er wird sich also damit nicht im Kleiderschrank von Kim Kardashian bedienen können, die sich derzeit sehr in Bescheidenheit übt. Inständig hofft er, dass sein Outing niemanden in seinem Umfeld verletzt. Und wir hoffen, dass die Anzahl seiner neuen Hater sich in Grenzen hält und er Akzeptanz erfährt. Seine komplette Geschlechtsumwandlung können übrigens alle bald im TV sehen.

Foto: Mike Mozart / Lizenziert unter CC BY 4.0/ Flickr Creative Commons.