Kreischende Fans, Geld und Ruhm sind nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite besteht aus Druck, Drogen und Einsamkeit. So berühmt manche Boy-Groups heute auch sind, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie in ein paar Jahren komplett in der Versenkung verschwunden sein werden. Nur die wenigsten schaffen es über Jahrzehnte im Rampenlicht zu bleiben. Selbst Bands wie "Take That" und "New Kids On The Block" gehören heute zur "Steinzeit" der "Boygroupgeschichte".

Facebook, Twitter, Instagram und Co haben nicht nur Vorteile für die Stars sondern bergen auch jede Menge Gefahren. So schön es auch ist, mit Likes, Faves und Retweets überschwemmt zu werden, so furchtbar kann sich ein "Shitstorm" auf das Innenleben so mancher Stars auswirken.

Werbung
Werbung

Jeder noch so kleine Fehltritt wird gepostet und millionenfach im sozialen Netz verbreitet. Diese mediale Transparenz bedingt natürlich immer weniger Privatsphäre.

Ein Grund für das schnelle Verschwinden ist, wie Ringo Starr in seinem Interview mit der Daily Express angibt, der enorme Druck, dem Mitglieder der heutigen Bands ausgesetzt sind. Ringo Starr ist überzeugt, dass der Druck zu Zeiten der Beatles nicht so groß war. Aus diesem Grund hat Ringo Starr auch Verständnis für das Ausscheiden von Zayn Malik aus der Band "One Direction".

Aber auch die Hysterie, die dieses Ausscheiden Maliks, zu einem gerade sehr ungünstigen Zeitpunkt während einer Tournee ausgelöst hat, ist für Starr verständlich. Der Beatle, der demnächst in der Hall of Fame verewigt wird, weiß schließlich wovon er redet, gehörte er doch jener Band an, die mit der "Beatlemania" einen der größten Hypes der Musikgeschichte ausgelöst und miterlebt hat.

Werbung

Der Druck trifft aber nicht nur den Star, sondern auch sein Umfeld. In einer VOX-Dokumentation über Boygroups im Jahr 2014 war, wie "NWZ Online" berichtete, von Morddrohungen gegen Freundinnen berühmter Boy-Group-Mitglieder die Rede. "Es war furchtbar, mit einem Mädchenschwarm liiert zu sein. Ich habe Morddrohungen erhalten. Fans haben meine Autogrammkarten an Viva geschickt, mir mit Zigaretten die Augen ausgebrannt und geschrieben: ,Du Schlampe, wir hängen dich am nächsten Baum auf!'." berichtete Aleksandra Bechtel in der Dokumentation "Das Phänomen Boygroups". Von dieser Perspektive aus betrachtet ist es sicher kein Vergnügen das Mitglied einer bekannten Boygroup zu sein.

Foto: Eva Rinaldi - CC BY-SA 2.0 - Flickr.com