GNTM-Familienzusammenführung und glatzköpfige Tatsachen sollten uns den Fernsehabend versüßen. Tatsächlich gab es peinliche Unkenntnis und Voyeurismus.

Nachdem vergangene Woche eine der Haupt-Zicken ausgeschieden ist, sollte man meinen, dass es unter den Model-Kandidatinnen bei Germany's next Topmodel nun etwas professioneller zugeht. Weit gefehlt, stattdessen heizte Modelmama #Heidi Klum den Zickenkrieg gewaltig an. Solange, bis die gemobbte Darya in Tränen ausbrach.

Das Skript von GNTM - noch schlechter als "Newtopia"

Trotz vieler Situationen, die normalerweise einen ganzen Wust von Emotion hervorrufen würden, blieb die gestrige Folge von Germany's next Topmodel kalt und merkwürdig emotionslos.

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Zu offensichtlich waren die gespielten Szenen nach Skript. Auch Heidi Klums lustlos dahingeworfen Kommentare trugen ihren Teil dazu bei. Sie schien nicht bei der Sache zu sein und gab halbherzige Anweisungen, denen es zudem an Glaubwürdigkeit fehlte. Anu traf nach 15 Jahren ihren Vater wieder und beide waren selbstverständlich beglückt. Der Zuschauer von GNTM erfuhr an keiner Stelle, warum die beiden sich so lange nicht gesehen hatten. Vielleicht waren doch echte Gefühle mit im Spiel? Man weiß es nicht. Dass die restliche Mädchenriege aus einem anderen Raum von Tränen gerührt den Umarmungen zuschaute, war genauso absonderlich.

GNTM Werbespot-Dreh - mehr Schein als Sein

Noch weniger Überzeugungskraft hatte ein Shooting für einen Opel-Werbespot. Die Mädels bei GNTM gaben sich zwar redlich Mühe, den absurden Anweisungen der Regie Folge zu leisten, doch wo keine Idee ist, kann man auch keine Glanzleistungen erwarten.

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Tatsächlich wurden die Mädels ausschließlich beim Umziehen gefilmt. Sie mussten in kürzester Zeit im engen Innenraum des Autos neue Klamotten anziehen, dann dem Auto entsteigen und einen Grund für die Klamotten-Wechsel-dich-Arie erfinden. Aha. Die kreativlosen Opel-Mitarbeiter, vom Autokonzern offenbar auf die Schnelle aus dem Schreibbüro und an einen Filmset katapultiert, konnten ihren Voyeurismus hier kaum verbergen.

Wer keine Ahnung hat, sollte lieber ruhig sein

Auch die Social Media Schulung von Heidi Klum spottete jeder Beschreibung. Da die jungen Dinger ja jetzt in der Öffentlichkeit stehen, sollen sie gefälligst aufpassen, was sie in ihrem sozialen Netzwerken so alles posten. Klar, das wissen wir doch. das Internet ist gefährlich. Demzufolge sind Peinlichkeiten aller Art, zum Beispiel Zweideutigkeiten oder Saufbilder, zu vermeiden. Heidi Klum hatte trotzdem nichts dagegen, die Mädels vorzuführen und genau diese Peinlichkeiten ins rechte Licht zu rücken. Leider machte sie selbst dabei keine gute Figur, denn schnell konnte man feststellen, dass sie von Social Media keine Ahnung hat.

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Die Krönung allen Übels von Germany's next Topmodel waren jedoch die Inszenierungen der Mädels als Schaufensterpuppen. Stundenlang mussten sie in der Maske sitzen, um ihre Haarpracht in Glatzen verwandeln zu lassen. Zu allem Überfluss gab es dann Bilder in einer mit Holzwolle gefüllten Kiste oder halbnackt eingewickelt und über Kopf hängend. Was soll das bitteschön? Mit Kreativität, Ästhetik oder Originalität hatten diese Aufnahmen nicht das Geringste zu tun. Die Bilder sahen aus wie aus einem Horrorfilm und reichten höchstens aus, geifernde Bondage-Fans zu begeistern. Das Darya jetzt der Kragen platzte, tat richtig gut. "Ich hab keine Lust mehr auf diese Shootings!"

Endlich sprach jemand aus, was man schon die ganze Zeit über dachte. Diese Folge war grottenschlecht und im Grunde nur eine Dauerwerbesendung für die Sponsoren. Ein Trost: Wenigstens schied keines der Mädels aus.

Foto: © ProSieben/ Micah Smith #Mode #Schönheit