"Wer wird Millionär" und "Die Millionenshow" zählen zu den erfolgreichsten Fernsehformaten im deutschsprachigen Raum. Das Konzept selbst stammt aus Holland, die Umsetzung erfolgt allerdings mit Lokalkolorit. Für Deutschland hat seit der ersten Folge Günther Jauch die Moderation übernommen. In Österreich wechselte man aus verschiedenen Gründen Titel und Moderatoren der Show, bis sich Armin Assinger als Anchorman etablieren konnte. Der Werdegang von Jauch und Assinger könnten nicht unterschiedlicher sein. Typisch österreichisch, typisch deutsch? Der Versuch einer Antwort.

Jauch: Jurastudium und Journalistenschule

Ein klarer Weg - Günther Jauch schlug sehr schnell jene Richtung ein, die ihn zum beliebtesten Moderator in Deutschland werden ließ.

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Profunde Aus- und Weiterbildung (Studium Politik und Zeitgeschichte) und jede Menge Praxis. Von Beginn an war er sehr vielseitig. "Live aus dem Alabama" war ein Musikformat, in dem Musiker und Gruppen vorgestellt wurden, die vor Publikum live überzeugen konnten. 1988 wechselte Jauch zum Sport in das "Aktuelle Sportstudio". Legendär seine Kommentare bei der Liveübertragung der Partie Real Madrid gegen Borussia Dortmund - ein Tor brach zusammen und sorgte für weltweites Aufsehen. Am 3. September 1999 startete auf RTL "Wer wird Millionär" - die 1000. Folge wurde im Februar 2012 zelebriert.

Assinger: Gendarm, Skirennläufer, Skikommentator, Moderator

In einigen Menschen schlummern viele Talente - Armin Assinger hat seine meist der großen Öffentlichkeit präsentiert. 1984 feierte er in Gröden seine Premiere in einem Weltcup-Abfahrtsrennen, 1986 gab es die erste Top-3 Platzierung.

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1989 schwere Verletzung, 1991 Rückkehr in den Skiweltcup. Assinger ein Kämpfer - und das wurde schließlich auch belohnt. 1992 erster Weltcupsieg in seiner Heimat Kärnten - Super-G Erfolg in Bad Kleinkirchheim. 1993 zwei Weltcupsiege in der Abfahrt. Armin ist sicher nicht beleidigt, wenn man feststellt, dass es zur großen österreichischen Skilegende in aktiver Zeit nicht gereicht hat.

Zur Legende wurde Armin Assinger als Kommentator von Weltcuprennen im Duo mit Robert Seeger. "Da pfeifen die Komantschen" wurde in Österreich zum geflügelten Ausspruch. Es war klar - Assinger ist auch ein Unterhaltungstalent. Das Format der Millionenshow startete in Österreich unter dem Titel "Alles ist möglich" - Moderator Reinhard Fendrich. Mit Reinhard Fendrich konnte man sich aber auf keinen neuen Vertrag einigen, Barbara Stöckl übernahm bis 2002. Seit 2002 hat sich Armin Assinger als Präsentator etabliert und er führte die "Millionenshow" zu enormer Beliebtheit in Österreich.

Wissen und Charme

Die Erfolgskonzepte von Jauch und Assinger sind sich eigentlich recht ähnlich.

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Nüchtern betrachtet ist die Millionenshow eigentlich ein recht langweiliges Frage- und Antwortspiel. Die grundlegende Spannung ist lediglich, wie weit der Kandidat kommt - welche Gewinnstufe er erklimmen kann. Jauch und Assinger verstehen es aber ausgezeichnet die inneren Zweifel der Kandidaten, welche Antwort nun richtig ist, als unterhaltendes Potential zu nutzen.

Die Kandidaten gehen eigentlich ein hohes Risiko ein. Vor allem Menschen, die von ihrem Wissen bzw. ihrer Ausbildung leben, können herbe Imageverluste erleiden. In diesen Fällen ist das Bemühen von Assinger und Jauch augenscheinlich, die Katastrophe zu verhindern. Dieses Bemühen führt aber oft erst recht zur absoluten Verunsicherung des Kandidaten. So brutal es auch klingt - diese Sequenzen machen die Schlagzeilen. Assinger ist vorsichtig - er wagt sich als Moderator nur in jenen Wissensgebieten auf das Glatteis, in denen er sich gut auskennt - im Sportbereich eben. Jauch kann übergreifend "witzeln" und geht auch im Gegensatz zu Assinger gerne an die Grenzen des guten Geschmacks.

Bild: Hubert Burda Media - CC BY-NC-SA 2.0 - flickr.com. #Fernsehen