Howard Carpendale: Selbstbestimmt leben - selbstbestimmt sterben

Es ist diesmal Howard Carpendale, der in der NDR-Talkshow "3nach9" die Diskussion wieder auf das Thema aktive Sterbehilfe lenkt. Sehr offen äußert sich der Star im Interview gegenüber Judith Rakers über die Wichtigkeit selbstbestimmt zu leben und selbstbestimmt zu sterben. Jeder sollte das Recht haben den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen und in Würde zu sterben.

Kriminalisierung treibt Menschen ins Ausland

Befürworter der aktiven Sterbehilfe sind überzeugt, dass es immer Menschen geben wird, die trotz intensiver medizinischer Behandlung und optimaler Schmerztherapie ein menschenunwürdiges Dasein fristen.

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Die Kriminalisierung der aktiven Sterbehilfe treibt Menschen ins Ausland oder in die Fänge dubioser Geschäftemacher. Es kann nicht sein, dass Leben ohne Bezug auf Würde und Lebensqualität verlängert wird, nur um dem gewaltigen medizinischen Fortschritt, aufgrund dessen ja überhaupt diese Debatte geführt wird, Genüge zu tun.

Forderung nach Ausbau der Palliativmedizin

Kritiker hingegen sind im Zweifel, ob man unter dem Einfluss sehr starker Schmerzen oder Schmerzmedikamente überhaupt in der Lage ist, so weitreichende Entscheidungen zu treffen. Ihrer Meinung nach sollte Sterbenden verstärkt geholfen werden, ihre Würde zu behalten. Palliativmedizin und Schmerztherapie sind in diesem Bereich wichtig und müssen massiv ausgebaut werden. Des Weiteren stellen sie die Motive der Sterbehilfeorganisationen in Zweifel und stellen eine Gesellschaft in Aussicht, in der alte, kranke und unbequeme Menschen Gefahr laufen, um ihr Leben fürchten zu müssen.

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Aktive Sterbehilfe erhöht Druck auf Kranke und Schwache

Wenn Sterbehilfe zum gesellschaftlichen Standard wird, erhöht sich auch der Druck auf all diejenigen, die trotz Alter, Krankheit oder Schmerzen am Leben bleiben möchten. Diese Menschen könnten dann in einem ständigen Konflikt leben, dem Gesundheitssystem zu teuer zu kommen oder den Angehörigen zu sehr zur Last zu fallen.

Aktive Sterbehilfe unter strengen Bedingungen?

Aktive Sterbehilfe stellt einen Straftatbestand dar, der mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Tod von außen herbeigeführt wird. Für diesen Straftatbestand ist es nicht relevant, ob die Tötung auf Wunsch erfolgt oder nicht. Anders ist es in den Niederlanden. Aktive Sterbehilfe ist erlaubt, wird aber an strenge Bedingungen geknüpft. Der Patient muss unheilbar krank sein und die Begleitung eines Arztes ist unabdinglich.

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung - CC-BY-SA 2.0 - flickr.com. #Gesundheit