Jenny Elvers war einst das bekannteste Partyluder der deutschen Promiszene. Warum? Jenny war jung, genoss das Leben, feierte gerne. Später war sie die Frau an Heiner Lauterbachs Seite. Ihr Leben glich einer Achterbahn. So wurde es in der Presse auch gerne dargestellt. Es passte eben gut ins Konzept. Mal wollte man sie hoch oben sehen, dann ließ man sie tief fallen - ein Pinpong-Ball der deutschen Schlagzeilen. Auch diejenigen, die sie einst feierten, ließen sie fallen, sobald der richtige Moment kam. Irgendwann fiel Jenny Elvers jedoch von selbst, in ein tiefes Loch, aus dem viele nie wieder herausfinden. Jüngstes Alkoholopfer: Die Schauspielerin Karina Kraushaar.

Es war ein schleichender Prozess, der an Geschwindigkeit rasch zunahm.

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Ihren Absturz ohne Sicherheitsnetz konnte man bei ihrem alkoholisierten Auftritt in der NDR-Sendung "DAS!" live beobachten. Für die Presse und den TV-Sender ein gefundenes Fressen, für das Leben von Jenny Elvers und ihrem Sohn einer der schwersten Momente. Das Talent und die besondere Stärke von Jenny Elvers? Sie stand wieder auf, entgegen der Erwartung ihrer Kritiker, die sie niederschrieben. Und sie kämpft noch heute. Tapfer und bewundernswert!

Die Amerikaner honorieren, wenn Totgeglaubte wieder auferstehen. Bestes Beispiel: Britney Spears. Die Deutschen verzeihen nur schwer und verkennen dabei, dass menschliche Schwäche jedem von uns innewohnt. Auch unseren Stars!

Jenny Elvers ist studierte Schauspielerin und konnte ihr Talent vor ihrem öffentlichen Absturz in einer Vielzahl von Rollen unter Beweis stellen.

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Eine ihre Erfolgsrollen spielte sie im Film "Knallhart" im Jahr 2006. Auch derzeit dreht sie wieder für einen deutschen Kinofilm. Sie ist eben doch nicht nicht nur das ehemalige Partyluder, ein Image, das ihr bis heute nachhängt. Die Schauspielerin ist außerdem eine liebevolle Mutter und hat ein großes Herz, das ihr Umfeld sehr zu schätzen weiß. Genau aus dem Grund wurde sie in der ersten Promi-Big-Brother-Staffel auch zur Siegerin. Warum fällt es den Deutschen so schwer, Jenny die Sucht nach der Alltagsdroge Alkohol zu verzeihen?

Das Glas Wein zum Abendessen, das abendliche Bier während des Fußballspiels und ein Glas Sekt auf der Betriebsfeier. Alkohol ist allgegenwärtig und der Umgang mit der Droge ist grotesk. Trinkt man aus Überzeugung keinen Alkohol, wird man schief angeschaut und gilt als Spaßbremse. Endet man wie Jenny Elvers vor einigen Jahren, wendet sich das Umfeld vom Betroffenen ab und findet kein Verständnis, obwohl die Mehrheit der Erwachsenen regelmäßig Alkohol konsumiert und damit täglich ein Risiko eingeht, ebenfalls süchtig zu werden. Liegt es etwa daran, dass sich viele im Verhalten anderer Alkoholiker wiedererkennen und realisieren, dass auch sie zu Betroffenen werden könnten? Erinnert auch Jenny Elvers sie daran? Es ist keine Schande hinzufallen, aber es ist eine Schande einfach liegenzubleiben.

Bildquelle: Jenny Elvers - facebook.com. #Fernsehserien #Fernsehen