Bei der Verleihung der Amadeus Awards in Wien gab es gleich zwei politische Skandale: Das Publikum legte sich mit Andreas Gabalier an und Rapper Nazar mit der FPÖ. 

Gabalier seit Wochen in den Schlagzeilen 

Der "Volks-Rock'n-Roller" Andreas Gabalier aus Österreich traute sich in den letzten Wochen immer wieder das ein oder andere politisch inkorrekte Statement zu. Neu ist, dass Gabalier vor versammeltem Publikum politisch Position ergreift.

Gabalier verteidigte seine viel beachtete Version der österreichischen Nationalhymne, in welcher er auf den seit 2012 gegenderten Text verzichtete und die althergebrachte Fassung vortrug.

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Er vermisse da die Toleranz, woraufhin die Regie des in Österreich als "Rotfunk" bekannten ORFs die ebenfalls geladene Transsexuelle "Conchita Wurst" einblendete. 

"Arschloch"-Rufe und Pfiffe 

Auch die Kritik am Cover seiner Single "Mountain Man" wies Gabalier klar zurück. Im Laufe der Debatte war vor allem das Dekolleté der Frau, die der als Superheld stilisierte Gabalier vor einer Alpenkulisse rettete, als "sexistisch" stigmatisiert worden. "Man hat es nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf Weiberl steht." - mit dieser Aussage war für das geladene Rotweingürtel-Publikum anscheinend das Maß voll: Es wurde ohrenbetäubend gepfiffen und Gabalier sogar als "Arschloch" beschimpft.

Nazar spricht abermals von "Hurenkindern" 

Dieses Niveau zog sich durch die gesamte Gala.

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Auch der iranische Rapper Nazar, der bereits in der Vergangenheit den Vorsitzenden der rechtsdemokratischen FPÖ, HC Strache, als "Hurenkind" bezeichnete, wetterte erneut gegen seinen Intimfeind. Immerhin dürfe man in Österreich Zahntechniker beschimpfen, so der Gangster-Rapper in Anspielung auf den ursprünglichen Beruf Straches. In der österreichischen Politik, da seien "ein paar kleine Hurenkinder dabei". Das Publikum ließ ihm diese primitiven Sprüche durchgehen.

Shitstorm für Selbstverständlichkeiten 

Gabalier legte derweil schon am nächsten Tag nach. In einem Interview mit der Frauenzeitschrift "Tina" sagte er im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft zur frühkindlichen Mutter-Kind-Bindung: "Ich glaube, dass es Kindern gut tut, wenn ihre Mutter länger zu Hause bleibt und sich um sie kümmert. Heute müssen doch viel zu häufig Schule und Kindergarten die Erziehung übernehmen!" Auch diese Aussage löste einen veritablen Shitstorm aus.

Geht Gabalier jetzt zur FPÖ?

An seiner Seite weiß Gabalier abermals HC Strache (FPÖ), der immer öfter den Volksmusiker auf seiner stark frequentierten Facebook-Seite in Schutz nimmt. Auch der Leistungssportler Felix Baumgärtner hat sich im Sinne der Meinungsfreiheit an die Seite Gabaliers gestellt. Eine neue Facebook-Seite fordert nun, dass Gabalier als Politiker in der FPÖ aktiv wird: Rund 800-Likes wurden bereits gesammelt.

Bildquelle: Flickr.com - Bad Kleinkirchheim, 14.01.2011  #Musik