Der virtuelle Müll der Welt

Die Einrichtung der NSA hat seit dem Abhörskandal das Misstrauen der ganzen Welt auf sich gezogen. Dass es die Leute, die in solchen Institutionen arbeiten, beileibe nicht leicht haben, zeigt ein Artikel der "thedailybeast.com" auf. Wie die Onlinezeitung in dem Artikel "The Shrinks Who Only See CIA Officers" berichtet, setzen die Analysten in diesem Job ihre geistige Gesundheit aufs Spiel. Sie verbringen den Großteil ihrer Zeit damit, alle möglichen Arten von Videos und Internetposts auf mögliche terroristische Inhalte zu durchforsten. Nichts darf ihnen entgehen, denn selbst aus Kleinigkeiten lässt sich eventuell eruieren wann ein Angriff stattfindet oder wo Geiseln gefangen gehalten werden.

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So angenehm das für manchen auch klingen mag: Lustig ist es sicher nicht, tagein- tagaus ISIS Enthauptungen, Snuff-Videos und "Dschihadisten Pornos" anzusehen.

"Dschihadisten Pornos"? Wer mit diesem Begriff nichts anzufangen weiß, erfährt in dem Artikel, das Terroristen dafür bekannt sind, codierte Nachrichten in digitale Porno-Clips und Bilder einzubetten. Wie der Artikel auch verrät, wurden bei Osama bin Laden stapelweise solche Videos gefunden. Laut Interview mit Geheimdienstmitarbeitern gibt es einen eigenen Raum, in dem diese Porno-Clips angeschaut und ausgewertet werden.

Die Gewalt macht krank

Das sich diese Arbeit auch auf die Psyche der dort Arbeitenden auswirken muss, ist verständlich. Um diese Auswirkungen auf die Analysten so gering wie möglich zu halten, beschäftigen die CIA, NSA und auch andere Dienste ein Heer von Psychiatern und Psychotherapeuten.

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Hauptaufgabe dieser Spezialisten ist es, den Mitarbeitern zu helfen mit den schrecklichen Bildern fertig zu werden. Aber auch diese Ärzte müssen sich den Filmen und Bildern aussetzen, damit sie wissen, mit welchem Material ihre Klienten befasst sind.

Laut Aussage von "thedailybeast.com" löst der schreckliche Inhalt dieser Filme ein Gefühl des "Krankseins" aus. Aus diesem Gefühl heraus können sich auch Depressionen und Trauer entwickeln. Aber auch ein Gefühl der Wut und die daraus resultierende Besessenheit, die Vorgänge zu stoppen, die zu so viel menschlichem Elend führen.

Foto: Mike Mozart - CC-BY-2.0 - flickr.com #Terror