Okay, wer war noch mal Michael Hirte? Ach ja, den kennt man vielleicht noch. War so ein Mundharmonikerspieler aus der Fußgängerszone, aus Potsdam. Er hatte die erste Staffel von "Das Supertalent" gewonnen. Aber können Sie jetzt, ganz spontan, alle Supertalente aus Bohlens Talenteschmiede aufzählen? Weiß keiner mehr, richtig. Und das sollte man sich klar machen, wenn Dieter hier die Nation anheuert, sich bitte zu bewerben. Die Show und Bohlen sind die Stars. Basta! Aber bei der Sendung wird einem auch nicht der Pop-Olymp versprochen, hier zählt einfach nur der Spaßfaktor.

Spaßig war es nicht immer. Erst seit der letzten Staffel ist es deutlich zahmer geworden bei dem selbst ernannten Poptitan.

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In den ersten Staffeln wurden Menschen mit offensichtlicher Behinderung, wie Sprachfehler, was zu einem Desaster beim Singen führte oder Teilnehmer, die unbedingt ins #Fernsehen wollten, gezielt vorgeführt. Es war von RTL regelrecht beabsichtigt, eine Freakshow zu veranstalten. Bohlen überzog diese Menschen mit fiesen Sprüchen. Das ist nicht mehr an der Tagesordnung. Es ist eine neue Richtung, die der Unterhaltungschef von RTL, Tom Sänger, #Dieter Bohlen aufgedrückt hat. Das kommt nicht von ungefähr. Die Konkurrenz, z.B. Sat.1 mit "The Voice" oder Shows bei ProSieben haben gezeigt, dass man Zuschauer auch dann erreicht, wenn man die Kandidaten mit Respekt behandelt. Nun lässt sich RTL nicht von freundlichen Sendungen beim Wettbewerber, ein über Jahre funktionierendes Konzept in Frage stellen.

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Die Kehrtwende waren Zahlen oder die Geschäftsführung: "Deutschland sucht den Superstar" und "Das Supertalent" litten an Quotenschwund, während Sendungen, wie "The Voice", mit den Quoten nach oben schossen. RTL und sein Zugpferd Bohlen mussten sich eingestehen, dass ein über Jahre funktionierendes Konzept am Ende ist. Immer drauf hauen, war nicht alles.

Und so erklärt sich, dass ein Dieter Bohlen, tatsächlich freundlichere Worte findet und nun bittet, sich zu bewerben. "Wäre ich noch jung und knusprig, würde ich auch mitmachen." Bohlen motiviert und verspricht, er mache auch nur einen kleinen Spruch, wenn überhaupt und auch nur, wenn es ganz schlecht wird.

Ob die Jury so bleibt, wie bisher, ist immer noch offen und wird von RTL erst mit Beginn der Castings offiziell bestätigt. Wer sich bewerben will, kann dies über die Homepage des Senders tun. Es erwartet einen fünf Minuten Ruhm und ein lieber Dieter Bohlen.

#Fernsehserien