Als Journalist muss man verdammt vorsichtig sein, wenn man über #Helene Fischer etwas Kritisches schreiben will. Denn ihre Fans verteidigen - und sicher auch zu Recht - ihr Idol konsequent. Okay, liebe Fans, niemand will eure Helene Fischer madig machen, auch ich nicht. Vielmehr hinterfragen wir ein Verhalten von Fernsehanstalten, in dem Helene Fischer nun einmal der Auslöser ist, ihrem Erfolg sei Dank.

Fangen wir mal mit den, ohnehin, fast nur guten Sachen an: Helene Fischer schuf gerade mit "Atemlos" einen ultimativen Hit, selbst unsere Weltmeister, die deutsche Nationalelf, ernennt diesen Ohrwurm zu ihrem Lieblingssong, dann ihre gigantische Weihnachtsshow im ZDF: Die "Helene Fischer Show" haben 2014 mehr als 6,5 Millionen Zuschauer gesehen, und war beim jungen Publikum mit einem Marktanteil von 14,7 Prozent ein Hit.

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Das ZDF - zum Vergleich - dümpelt bei den jungen Leuten weit unter der 10 Prozent-Marke herum.



Helene Fischer nun mit Konzert in der ARD und Show im ZDF



Und so war es nur eine Frage der Zeit, dass sich nun auch die ARD um Helene Fischer bemühte. Zum Leidwesen des ZDF. "Wir sind im Gespräch über die Aufzeichnung eines Konzertes", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber dem Branchendienst Dwdl.de. Das ZDF, was ohnehin schon seit Januar 2015 versucht, die Schlagerqueen für weitere Events zu bekommen, ist schon angesäuert. Immerhin "lobte" das ZDF die Tatsache, dass Frau Fischers Management dem Sender über die Absicht neuer Projekte in der ARD informiert habe. Ja, aber warum eigentlich muss die ARD Frau Fischer jetzt auch haben. Und wer soll das bezahlen?



Helene Fischer bekommt über eine halbe Million Gage



Nach Informationen von Medienexperten (Berechnung unter Hinzuziehung der Quelle: Verträge laut Management aus 2007 bis 2008) verdiente Helene Fischer über 125.000 Euro allein vor sechs Jahren schon, pro Tournee.

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Für Einzelauftritte oder Shows sollen die Gagen bei 250.000 Euro in 2010 gelegen haben und aktuell bis zu 600.000 Euro pro Engagement liegen. Ihr Vermögen wird auf aktuell rund 9 Millionen Euro, laut dem VermögenMagazin in Österreich, errechnet. Und es sei ihr auch gegönnt. Sie bringt vielen Menschen gute Laune und sollte auch für ihre #Musik entlohnt werden. Es regt sich auch keiner darüber auf, dass Taylor Swift bis zu 100 Euro pro Karte bei einem Konzert nimmt, Madonna auf den besten Plätzen sogar noch mehr.



Helene Fischer ja, aber doppelt?




Aber man muss kritisch hinterfragen, warum sich der öffentlich rechtliche Rundfunk einen Wettkampf, um die beste Show von Helene Fischer liefern muss, und sich dabei mit unseren Gebührengeldern überbietet. Fischers Management gibt an, dass sich der Star nicht exklusiv an einen Sender binden will. Das ist völlig legitim und clever. Nur geht die Kritik an die ARD und das ZDF. Während das ZDF Helene Fischer quasi dauerhaft hofiert, zückt die ARD das Scheckbuch und freut sich, Helene jetzt auch zu Weihnachten und zur Adventszeit präsentieren zu können.

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Millionen werden dafür geboten, um die Schlagerqueen im Programm zu haben. Für die Fans - natürlich - ein Segen und natürlich sollen ARD oder ZDF eine solche Sängerin in das Programm nehmen, ohne Frage. Aber beide Sender? Ist das nicht zuviel des Guten und der richtige Umgang mit unseren Geldern?



Verschwendung von Gebührengeldern



Denn im Helene-Fischer-Wahn sollte die Verpflichtung des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks im Blick behalten werden. Es wird 2015 weit über die doppelte Summe von Gebührengeldern nur dafür ausgegeben, dass der Zuschauer Helene Fischer auf ARD und ZDF an Weihnachten sehen können. Mal ein paar Zahlen: Der ARD zahlte einem Thomas Gottschalk zusätzliche 2,23 Millionen Euro für die gefloppte Vorabendshow und noch einmal ein Nettohonorar von insgesamt satten fünf Millionen Euro (Quelle: WDR) als Ablöse. Jetzt werden Millionen für Helene Fischer geboten. Das ist nicht Aufgabe eines öffentlichen Rundfunks.



Kürzung an anderen Musiksendungen



Das ZDF, das übrigens auch weiterhin lieber Helene Fischer exklusiv haben will, wird ebenfalls noch mal hohe Summen aufbringen, um die Schlagerdiva im Programm zu behalten. Zuletzt kürzte das ZDF den Etat von ZDFkultur, einem Sender, der viele Konzerte von Stars sendet, von 18 Millionen auf zwei Millionen Euro. Zwei Millionen Euro für ein ganzes Jahr Kulturprogramm, um Stars aus der Musikszene vorzustellen. Eine Summe, die wohl Helene Fischer allein nur an Weihnachten von ARD und ZDF überwiesen bekommt. Was für eine schöne Bescherung!