Der österreichische Kabarettist Josef Hader hat einmal sinngemäß gemeint, wenn es einem Indianer nicht gut geht, dann sagt er einfach „uff“. Durchaltevermögen wird auch allen abverlangt, die sich die beiden Semifinale des diesjährigen Song Contest in Wien anschauen wollen/müssen. Man kann aber auch zwischendurch den Ton abschalten und die schönen Bilder genießen. Der ORF ist natürlich in Feierlaune und hat die weniger ruhmreiche österreichische Song Contest Geschichte in den Archiven versteckt. Es hilft aber nichts – wir alle müssen da durch!

Das erste Semifinale am 19.5.2015 ab 21 Uhr

Moldau eröffnet – Eduard Romanyuta heißt der Sänger.

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Dann folgt Armenien und Belgien. Die Niederlande schicken Trijnte Oosterhuis ins Rennen - „Walk along“ ist ganz okay. Die Nummer fünf ist Finnland, dann kommt der erste optische Höhepunkt – Griechenland mit Maria Elena Kiriakou. Für mich persönlich der beste Titel des ersten Semifinale ist „Goodbye to yesterday“ von Elina Born und Stig Rästa aus Estland. Mazedonien mit „Autumn leaves“ - nostalgische Erinnerungen an einen wunderbaren Song von Nat King Cole. Daniel Kajmakoski leistet sich natürlich kein Plagiat – sein Titel hat mit dem Evergreen nichts zu tun. Damit ist die erste Hälfte geschafft. Im zweiten Teil folgen noch Serbien, Ungarn, Weißrussland, Russland, Dänemark, Albanien, Rumänien und Georgien. Es ist also kein klassiches Song Contest Land dabei – mit Ausnahme der Niederlande vielleicht.

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Ich halte Estland die Daumen. Der ORF überträgt ab 20:15 Uhr, Eins plus ist für Deutschland und SRF 2 für die Schweiz dabei – allerdings erst ab 21 Uhr. Vielleicht am interessantesten ist der Rückblick auf die größten Song Contest Hits auf SRF 2 ab 20:05 Uhr.

Ins Finale geschafft haben es die Vertreter von Albanien, Armenien, Russland, Rumänien, Ungarn, Griechenland, Estland (!), Georgien, Serbien und Belgien. Die Namen merken wir uns, wenn einer davon am Samstag den Song Contest gewinnt. 

Das zweite Semifinale am 21.5.2015 ab 21 Uhr

Litauen startet als Nummer eins, dann folgt ein Seriensieger des Song Contest. Irland hat mit Danas „All kinds of everything“ eine große Siegerin und mit Johnny Logan den bislang erfolgreichsten Teilnehmer überhaupt gestellt. San Marino, Montenegro, Malta folgen. Im Semifinale ist es für diese Länder hart, im Finale hält man aber zusammen. Wesentlich mehr als die Mitglieder der europäischen Union – die geben sich gegenseitig nicht gerne Punkte.

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Mit Norwegen, Tschechien und Portugal folgen drei weitere Exoten. Israel hat schon wesentlich bessere Tage gesehen. Milk and Honey mit „Hallelujah“ oder Izhar Cohen waren die ersten Sieger aus einem „exotischen“ Song Contest Land. Lettland, Aserbaidschan und Island sind die nächsten. „Unbroken“ von Maria Olafsdottir ist mein Favorit. Auch Schweden und die Schweiz hatte schon einige im Spitzenfeld platzierte Titel, Zypern, Slowenien und Polen machen den Abschluss. Im TV sind wieder jene Sender aktiv, die auch schon den ersten Teil übertragen haben. Bereits für das Finale qualifiziert sind Deutschland und Österreich, Australien (warum eigentlich? - Wild-Card?), Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Von dieser "Endrundenkonstellation" träumt man in Österreich im Fußball schon lange.

Aus dem zweiten Semifinale haben es in das Finale geschafft: Lettland, Polen, Slowenien, Schweden, Norwegen, Montenegro, Zypern, Aserbaidschan, Litauen und Israel. 

Amüsantes Regelwerk

Die Interpreten müssen mindestens sechzehn Jahre alt sein – warum eigentlich? Es dürfen höchstens sechs Personen auf der Bühne mitwirken. Das Lied oder der Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten – es also nur harmlos-beiläufiges erlaubt. Die Länge des Beitrags darf maximal drei Minuten betragen – sicherlich die wichtigste Regel überhaupt. Absolut unverständlich: Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken! Diese Regel ist wohl in keiner Weise nachvollziehbar. Einige Titel des heurigen Song Contest würden ungeheuer durch herzige Kätzchen, treue Hundeaugen oder auch durch einen rabiaten Ziegenbock gewinnen. Müssen wir uns aber leider abschminken – verboten! Vorwarnung zum Abschluss: Das Finale des Song Contest findet am Samstag, dem 23. Mai um 21 Uhr statt.

Foto: sommerhitz, flickr.com

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