Am 26. Mai 2015 gibt es um 20:15 Uhr im SWR nochmals die Gelegenheit, einen legendären und sehr mutigen "Tatort“ aus dem Jahr 2011 anzuschauen. „Mord in der ersten Liga“ behandelt neben der Hooligan-Problematik einen weiteren Aspekt des Profifußballs, der, vollkommen unverständlich, mit noch wesentlich stärkeren Tabus belegt ist: die Homosexualität im Profifußball. Natürlich spielt aber auch Geld eine Rolle. Der Fall spielt in Hannover, Maria Furtwängler ermittelt als Charlotte Lindholm.

Die Iren stimmen der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner zu … und im Fußball?

Damit hätte man wohl kaum gerechnet. Die als doch recht konservativ-katholisch eingeschätzten Iren stimmen in einer Volksbefragung der „Legalisierung“ der Homo-Ehe zu.

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Die irische katholische Kirche hat zwar mit ihren Skandalen ordentlich mitgeholfen, trotzdem ein ganz starkes Zeichen für Toleranz. Was hat sich im Fußball geändert? Die Kampagne der UEFA gegen Rassismus läuft weiter auf Hochtouren, gute Kicker, welcher Hautfarbe und Abstammung auch immer, sind bei den Fans beliebter denn je – solange sie nicht für den „Lieblingsgegner“ spielen. Den „Fußballfan“ gibt es nicht. Die Szene ist so bunt wie die Menschheit. Trotzdem wird im Fußball der Ausdruck „schwul“ noch immer, oft auch unbedacht, für alle möglichen abwertende Aussagen gebraucht. Da ist dann von einem „schwulen Pass“ die Rede, wenn der Ball nicht rasant zugespielt wird, um nur ein Beispiel zu nennen. Es scheint so, als ob das Gewaltproblem in der Fanszene bei weitem offener angesprochen wird.

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Eigentlich hängt aber alles zusammen. Es gibt Fußballfans, die ihren ganz persönlichen Frust mit ins Stadion nehmen und dann an der gegnerischen Mannschaft oder deren Spielern auslassen. Die Fanszene selbst ist gefragt, Auswüchse in dieser Richtung im Keim zu ersticken.

Stadionverbot gegen Hooligans

Der Ansatzpunkt im Tatort „Mord in der ersten Liga“ ist ein TV-Interview, in dem sich Profifußballer Kevin Faber für ein Stadionverbot für Hooligans ausspricht. Am selben Abend wird er ermordet. In Verdacht gerät aber nicht nur die Hooligan-Szene, sondern auch der homosexuelle Freund des Ermordeten und sein Manager. Damit hat man recht geschickt alle "Problembereiche" des Profifußballs in eine Story verwoben. Diese Tatort-Folge ist durchaus gut gemacht, hält sich aber bei der Darstellung der Fußball-Fanszene doch sichtlich zurück. Das war wohl eine Vorleistung gegenüber dem DFB – die Idee zu einem Tatort über einen homosexuellen Fußballer soll ja von DFB Präsident Theo Zwanziger stammen. Bei Schimanski (Götz George) wäre die Story wohl um einiges direkter und samit näher an der Realität angesiedelt gewesen. Trotzdem eine Tatort-Folge die sich lohnt – auch als da-capo Krimierlebnis. Zum Glück vergisst man ja sehr schnell, wer der Täter gewesen ist.

Foto: Dennis Skley, flickr.com









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