Eine Serie fesselt derzeit die ganze Welt an die Fernsehbildschirme: Game of Thrones bricht mit seiner Mittelalter-Fantasy-Geschichte um widerstreitende Mächte in der Fantasiewelt Westeros alle Rekorde.

Ist der Autor Gesellschafts-Pessimist?

Das auch in Buchform erhältliche Epos spart dabei kaum etwas aus: Derbe Sprache, Inzest, Folter, brutale Morde und korrupte Charaktere sind an der Tagesordnung. Diese schonungs- und trostlose Darstellung der Gesellschaft deutet auf ein pessimistisches Menschenbild des Autors George R. R. Martin hin, der mit seinem Werk wohl auch auf aktuelle Missstände hinweisen will.

Religiöse Fundamentalisten als nützliche Idioten

In der fünften Staffel wird die Serie jedenfalls deutlich gesellschaftskritischer: Zum einen wären da die religiösen Fanatiker, die "Spatzen", derer sich Cersei Lannister, die Mutter des verhassten Königs Joffrey, bedient, um ihre Widersacher auszuschalten.

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Letztlich erweisen sich die religiösen Milizionäre aber als unberechenbar und nicht mehr zu kontrollieren, weil sie auch in der Bevölkerung ihre fanatischen Ideen verbreiten. Dieses Schema erinnert an zahlreiche historische Sachverhalte, in denen sich Hintermänner einer fanatischen Gruppierung bedienten, um ihre Widersacher zu bekriegen, was dann gehörig nach hinten losging. So unterstützten die USA zum Beispiel vor Jahrzehnten Osama Bin Laden, weil dieser gegen die Sowjetunion in Afghanistan kämpfte. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Hat George R. R. Martin etwas gegen evangelikale Christen?

Neben den "Spatzen" steht auch Stannis Baratheon unter der Kontrolle eines fanatischen religiösen Kultes des "Herrn des Lichts", zu welchem ihm dessen Priesterin Melisandre brachte. Auffällig ist, dass sowohl von den Begrifflichkeiten als auch von bestimmten theologischen Zügen her, beide Gruppen Gemeinsamkeiten mit dem christlichen Glauben aufweisen.

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Steck Kritik an evangelikalen Gruppen in den USA dahinter?

Amerikanische Sklavenhistorie wird aufgearbeitet

Neben den religiösen Fanatikern gibt es in der fünften Staffel auch einen weiteren gesellschaftlichen Konflikt: Daenerys Targaryen, die Herrin der Drachen, erobert eine Sklavenhalterstadt. Als sie die Sklaven dort befreit und ihnen die gleichen Rechte wie den Sklavenhaltern einräumt, treten gesellschaftliche Konflikte auf: Die Söhne der alten Herrscherfamilien bilden eine geheime Terrorgruppe, die Attentate auf die Soldaten der neuen Herrscherin verüben. Die neue Königin ist bei den alteingesessenen Aristokraten verhasst und schändet in ihren Augen ihre Traditionen.

Daenerys Targaryen muss sich entscheiden

Als Daenerys dann einen ehemaligen Sklaven wegen eines Vergehens hinrichten lässt, um allen Bewohnern zu zeigen, dass das Recht nun für alle gelte, löst sie neue Unruhen aus und verliert auch an Unterstützung bei den Befreiten. Einige von diesen melden sich nun mit der Bitte, sich wieder an ihre alten Herren verkaufen zu dürfen.

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Bei denen seien sie Lehrer gewesen, nun könnten sie ohne Arbeit kaum überleben. Ähnliches passierte auch nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA: Manche ehemalige Sklaven wollten sich an ihre alten Herren zurückverkaufen. Daenerys steht nun vor der Wahl: Tötet oder vertreibt sie die ehemaligen Sklavenhalter und löst das Problem endgültig, gibt sie ihr Projekt auf oder bleibt sie ihren Idealen von Gerechtigkeit treu - mit dem Risiko zu scheitern.

Derzeit nur auf Sky zu verfolgen

Welche Rolle die gesellschaftspolitischen Anleihen noch spielen wählen, erfährt man derzeit nur im Bezahlfernsehen Sky. Dort wird jeden Montag um 21 Uhr eine weitere Folge der beliebten Serie veröffentlicht.

Bildquelle: Flickr.com, Maria Morri, 21. März 2012

#Fernsehserien #Kino #Fernsehen