Das sind keine gute Meldungen, die uns aus Berlin vom Deutschen Journalisten Verband (DJV) erreichen. Hendrik Zörner, von der DJV-Pressestelle, sprach von Knebelverträgen für Fotografen. Er wirft einen Schatten auf die Schlagerdiva und ihre gerade erst gestartete Stadien-Tournee mit Glasperlenspiel. Was genau ist passiert? Die Konzertagentur "Semmel Concerts Entertainment" verantwortet die Deutschland Tournee von Helene Fischer. Und diese soll Fotografen regelrechte Knebelverträge für Akkreditierungen als Bedingung vorgelegt haben.



Was sind Akkreditierungen und warum sind diese wichtig?



Vereinfacht gesagt ist eine Akkreditierung eine Erlaubnis und die Möglichkeit, exklusiven Zugang als Presse- und Medienvertreter zu Veranstaltungen zu bekommen.

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Solche Prozedur ist Journalisten bekannt und auch grundsätzlich richtig. Es verschafft Veranstalter im Vorfeld einen Überblick wer kommt, hilft bei der Organisation und stellt sicher, dass es sich tatsächlich um Pressevertreter handelt. Natürlich interessiert ein Veranstalter auch, welche Medien kommen. Selbst das ist legitim. Bei vielen Akkreditierungen gibt es kaum bis gar keine Probleme. Bei großen Weltstars ist es sicherlich schwieriger, exklusiven Zugang zu bekommen und Fotos zu machen. Aber auch hier gibt es viele Ausnahmen. Trotzdem: Auch das ist nicht unbedingt ein Eingriff in die Pressefreiheit, wenn nicht jeder rein darf. Klar, dass man die Anzahl der Akkreditierungen begrenzen muss, übrigens auch im Interesse der Fans, die sehr viel für ihren Star bezahlen. Denn man kann doch nicht tausende Fotografen auf ein Konzert loslassen.

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Zeitungen, Onlinemagazine und TV-Sender bleiben deshalb oft schon fern und kaufen die Bilder von Agenturfotografen oder Filmteams, die vor Ort sind. Oft wählen sie aus verschiedenen Agenturen die besten Bilder aus. Somit sind die Bildjournalisten für viele Sender und Medien sehr wichtig.



Helene Fischers Konzertagentur soll Fotografen nur gegen Bedingungen rein lassen




Genau diese wichtigen Bildjournalisten könnten aber keine Bilder mehr zur Auswahl vorlegen, würde man dieses Recht des Verkaufs an Dritte beschränken. Und das #Helene Fischer bzw. ihre Agentur das machen, ist der bittere Vorwurf: Hier soll der Veranstalter verlangen, was mit den Fotos passiert. "Jegliche Weitergabe der Produktion an Dritte, auch an andere Redaktion etc., ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung nicht gestattet", heißt es in dem Vertrag, welcher dem Journalistenverband zugespielt wurde. Der Verband tobte als er erfuhr, was sich da um die Schlagerdiva und die Bildrechte für ein Drama abspielt.

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Der Vertrag gehe nämlich noch munter weiter im Text: "Die Produktion darf nur in Medien verwendet werden, die ausschließlich der regionalen Berichterstattung Rechnung tragen und auch nur regional Verbreitung finden - bei Internetveröffentlichungen nur in Regionalrubriken". Übersetzt heißt das provokant: "Lieber Fotograf, du darfst hier nur zur Helene Fischer rein, wenn ich dir sage, wo das Foto erscheinen darf und du dich daran hälst. Und nur an regionale Leute weitergeben, wehe woanders hin." Das wäre dann tatsächlich ein grober Eingriff in die Pressefreiheit. Denn Fotografen habe keine Möglichkeit mehr, über ihr Material selbst zu entscheiden und der Zugang wird ihnen verwehrt, wenn sie sich in ihrer freien Arbeitsweise nicht einschränken lassen.



Plattenfirma von Helene Fischer reagiert anders als Konzertagentur



"Das von der Agentur verwendete Vertragsmuster ist ein inakzeptabler Eingriff in die Pressefreiheit", sagt DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Denn die Konzertagentur dürfe überhaupt nicht Bildjournalisten vorschreiben, wohin sie ihre Medien verbreiten. Jetzt werden Fans vielleicht sagen, die Helene Fischer kann doch bestimmen, wer sie fotografiert und entscheiden wo die Bilder dann erscheinen. Das ist so nicht richtig. Helene Fischer ist eine Person des öffentlichen Lebens und darf natürlich auf öffentlichen Konzerten fotografiert werden. Ihre Plattenfirma Universal Music tut das übrigens auch und stellte uns dieses Foto hier im Artikel natürlich auch zur Verfügung. Selbst bei kritischen Beiträgen. Bei Universal Music, als Plattenfirma für Helene, steht man natürlich für die Pressefreiheit und schreibt Journalisten weder die Texte, noch die Verwendung der Bilder in der Redaktion vor. Denn Blasting News schreibt auch über Künstler von Universal und wir können bestätigen, nie Probleme mit dem großen Musikkonzern bei der Pressefreiheit gehabt zu haben. Auch das muss hier gesagt werden.

Verband ruft zum Verzicht der Berichterstattung über Helene Fischer auf

Aber bei dem Konzertveranstalter von Helene Fischer ist das mutmaßlich nach den Äußerungen vom DJV eben nicht so. Und das ist sehr bedenklich und sollte auch kritisch veröffentlich werden. Es ist nicht richtig, was hier passiert mit Fotografen. Und es ist ein schlechtes Zeichen für die Demokratie undPressefreiheit. Auch wirft so etwas auf Helene Fischer ein schlechtes Bild. Deshalb fordert der Journalistenverband die Agentur auf, Bildjournalisten sofort ohne Vorbedingungen zu den Konzerten von Helene Fischer zu akkreditieren. "Andernfalls sollen die Fotografen auf die Berichterstattung verzichten!"