Was haben wir uns über Newtopia und seine Pioniere schon aufregen müssen. Und man dachte dann wirklich, es kann nicht schlimmer kommen. Aber es kommt noch viel übler. Die neue Gesellschaft scheint das Format wirklich verwechselt zu haben und vor allen Dingen, nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben. Wir müssen heute über Rübenwahnsinn, kaputte Arme und Verantwortungslosigkeit sprechen. Nach Yasin geht es weiter mit der Flucht aus Newtopia - diesmal sollen die Tiere das Weite suchen.

Newtopia Bewohner haben schon genug Ärger mit Rüben

Fangen wir mal bei unserem Oliver (Titelbild) an: Er kam ziemlich zuletzt ins Camp rein, leidete am zweiten Tag gleich mal an einem Magen-Darm-Infekt. Nichts gewöhnt, diese jungen Städter.  Aber Oli war ganz dolle tapfer. Und nachdem er sich gefasst hat und realisierte, dass er immer noch im #Fernsehen ist, kam ihm die Idee, die TV-Show tierfrei zu machen. Einfach die Kühe verkaufen. Aus gutem Grund: Er hat es im Arm und schafft es einfach nicht mehr, sich neben Rüben, Ausmisten im Stall, auch noch um Kühe zu kümmern. Oli, hatte sich einmal um Rüben gekümmert, hält sich jetzt für den Rübenmann. Mein Gott, Junge, meine Oma hat als Trümmerfrau nach dem Krieg halb Berlin mit aufgebaut. Oli haut schon eine Rübe um.

Melkzeiten passen einfach nicht mehr zu den Ausschlafzeiten der Pioniere

Oli möchte deshalb nicht mehr den Stallburschen spielen. Er schlug deshalb vor, die Kühe sofort zu verbannen, weil er kein Vollzeit-Landwirt ist. Da hat der Oli aber in ein Wespennest gestochen. Selten konnte man einen solchen Zusammenhalt in Newtopia beobachten. Der sympathische Schnauzbartträger Derk war hin und weg von der Aktion. Auch er will alle Kühe verkaufen, weil es den Tieren woanders besser geht. Klar. Welche Kuh will schon grüne Wiesen. Übrigens, lieber Derk, wir glauben, dass es Dir außerhalb der Sendung auch besser gehen würde. Auch die verschmuste Vicky erklärt, sie ist kein Frühaufsteher und möchte keine Verantwortung mehr übernehmen. Schmusen mit Bonnie ja, aber nicht sich darum kümmern. Wir regen für Vicky außerdem an, ab sofort das Morgenmeeting von 9 auf 15 Uhr zu verlegen, wenn dann alle wach sind.

Pioniere vermuten bei den Kühen eine fiese Newtopia Marketingmasche

Aber die besten Argumente für den Verkauf der Tiere hatten Anne und Nils. Anne (zu sehen im Bild 4) sagte: "Eher verkaufen, aber ich wäre bereit, mich zu kümmern, wenn es niemand macht. Aber schon verkaufen." Man sieht schon an dieser Aussage, wie selbstlos Anne um die Kühe kämpft. So ist sie, Anne, immer aufrichtig. Jene Frau, die schon beim Einzug ihr ehrliches Herz zeigte, als sie sagte, dass Tierärztin Romy eine Betrügerin sei. Die Romy flippte darauf aus und rief beim Sender an, machte die hinterhältige Göre kleinlaut. Zu Recht. Steht den ganzen Tag rum und greift die Romy an. Aber nix gegen den nächsten Kandidaten. Der nörgelnde Nils ist unser Gewinner in Sachen dämlichste Ausrede. Aufpassen, jetzt haut sich gleich jede Kuh vor lachen weg. Nils ist schon ein richtiger TV-Profi und glaubt zu wissen, was Sat.1 mit ihm für eine Masche abgezogen hat. Er möchte die Tiere nicht mehr haben, da Newtopia ein TV-Experiment ist. Und man sollte die Kühe nicht mehr als Marketingmasche missbrauchen. Richtig, Nils, Sat.1 wollte mit den Kühen einzig und allein Zuschauer und Dich manipulieren. Dumm nur, dass die meisten Zuschauer wegen den Kühen einschalten.

Milchprodukte hat auch der örtliche Rewe-Markt

Denn vor allem Kinder schauen morgens und abends mit ihren Eltern beim Melken im Livestream zu. Und das ist kein Witz, sondern ganz klare Messungen bei den Abrufen sowie das Feedback aus Zuschauerpost. Wo kann man heute noch hautnah sehen, wie Tiere Milch geben. Die meisten denken ja, die Milch kommt bei Rewe aus der Tüte - schon immer. Ach ja, Rewe - und hier eine Marketingmasche für den Supermarkt - freut sich nun um so mehr. Denn die Pioniere bestellen weiterhin, neben Spargel, PET Wasserflaschen, Ketchup, Schokolade, nun in Zukunft auch noch Milchprodukte dort. Newtopias Pioniere stehen nicht für Nachhaltigkeit, aber für die inzwischen besten Kunden der Supermarktkette.

Schlachthof würde Newtopia nicht sehr viel für eine Kuh zahlen

So und jetzt wollt ihr sicherlich wissen, was so eine Kuh einbringt. Gern: Eine Kuh bringt bei einem Schlachthof nur etwa 200 Euro. Es sei denn, es wäre ein junger Zuchtbulle. Denn die Kühe kommen von außen und könnten eventuell Krankheiten einschleppen. Fraglich, ob überhaupt ein Hof die Newtopia-Kühe abnehmen würde.  Und so träumen die Pioniere zunächst noch: 200 Euro reichen für einen fetten Rewe-Einkauf und Zigaretten für eine ganze Woche. Bei drei Kühen kommen die Pioniere also gut über den Juni. Es wäre einfach zu perfekt. Schnauzbartträger und Finanzexperte Derk widersprach aber schon mal, dass die Entscheidung zum Verkauf der Tiere etwa finanzielle Gründe hätte. "Es findet sich einfach keiner mehr, die Verantwortung für die Tiere zu übernehmen. Denn der Traum der Pioniere war es nicht, zu melken und den Stall auszumisten." Lieber Derk, wir glauben, dass diese zwei letzten Sätze noch dämlicher sind, als die Idee von der Abschiebung der Tiere. Da fehlen einem nur noch die Worte.