Die Flüchtlingsproblematik ist ein globales Problem geworden. Lösungsansätze gibt es viele – die realen Auswirkungen bei Umsetzung würden aber das akute Problem nicht lösen. Die humanitären Ansprüche der europäischen Länder sind hoch – die Lebensrealität der Flüchtlinge oft beschämend. Die Tatort-Folge „Schutzlos“ widmet sich eindringlich diesem Thema – aus Schweizer Sicht. Zu sehen am 5. Juli 2015 um 20:05 Uhr auf SRF 1, um 20:15 Uhr auf ORF 2, und ab 20:30 Uhr im Ersten.

Drei Länder - ein Problem

Die erfolgreichste Kriminalserie der Welt – der „Tatort“ - nimmt sich am 5.7.15 der Flüchtlingsproblematik an.

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Während der Drehzeit dieser Folge hat sich die Situation weiter verschärft. Die Politik steht dem Problem recht hilflos gegenüber, in Österreich muss man sich aktuell mit Zelten behelfen, um dem Flüchtlingsansturm einigermaßen zu bewältigen. Bürgermeister wehren sich in Österreich zum Teil gegen das Aufstellen der Zelte, zuletzt wurden vom Innenministerium in Wien für das Burgenland und in Krumpendorf, Kärnten, in einer quasi Nacht- und Nebelaktion, die Errichtung einer Zeltstadt beschlossen. Die Bevölkerung fühlt sich überrumpelt und zu wenig oder gar nicht informiert – eine absolut beschämende Situation.

Klischeehafter Ansatz – spannende Entwicklung

„Schutzlos“ beginnt mit der Ermordung eines nigerianischen Jugendlichen, der dem Drogenmilieu nahe gestanden ist. Er wurde mehrmals beim Dealen ertappt, der Fall ist recht klar – Mord unter Dealern.

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Der Polizeichef will den Fall möglichst schnell zu den Akten legen, Flückiger und Ritschard lassen aber nicht locker. Es stellt sich heraus, dass der Fall doch nicht so einfach ist, wie zunächst angenommen. Kommissar Fluckiger hat aber auch private, gesundheitliche Probleme. Migräneanfälle lassen ihn an seinem Wahrnehmungsvernehmen zweifeln. Ein spannender Krimi, das sich ganz genau dem Hintergrund der Situation von Flüchtlingen in der Schweiz widmet. Übrigens sprechen die Fakten eine klare Sprache. Schweden nimmt bezogen auf die Bevölkerungszahl die meisten Flüchtlinge auf – nämlich etwa acht pro 1000 Einwohner. Dann folgt Ungarn mit etwas über vier, Malta mit drei, Schweiz mit 2,7 und Deutschland 2,1.

Flückiger und Ritschard

Die Schweiz macht zehn Jahre „Tatort“-Pause, bevor es mit Tatort-Folge 806, „Wunschdenken“, den ersten Schweizer Tatort nach langer Zeit gibt. Die beiden Kommissare Flückiger und Ritschard gehen keinem heiklen Thema aus dem Weg – Folge 839 des Tatort mit dem Untertitel „Skalpell“ schaut z.B. in die Abgründe einer Familie. „Verfolgt“, die vorletzte Folge mit diesem Kommissarduo, ist auf durchwegs positive Kritiken gestoßen.

Foto: Kosala Bandara, flickr.com





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