Wie es scheint, könnte sich Jeremy Clarkson wider Willen zur Speerspitze im Kampf für die Umstrukturierung der britischen Rundfunkgebühren entwickeln.

Der Zorn über die Entlassung von Jeremy Clarkson aus "Top Gear" stellt nur die Spitze des Eisberges dar

Vor ein paar Monaten hätte wohl niemand damit gerechnet, dass der Rauswurf eines Moderators Teile der britischen Bevölkerung so auf die Palme bringen könnte. Objektiv gesehen sind es aber auch politische Entwicklungen, die den Zorn über die Entlassung Clarksons aus der beliebten Serie "Top Gear" immer wieder auflodern lassen. Zankapfel scheint unter anderem die britische Rundfunkgebühr zu sein, deren Abschaffung von Politikern und Bevölkerung immer vehementer gefordert wird.

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Was hat der Protest von über einer Million Gebührenzahler in der Causa Jeremy Clarkson gebracht?

Mund halten und brav zahlen, scheint der Vergangenheit anzugehören. Politiker fordern immer vehementer, dass die BBC der Öffentlichkeit gehören soll und gerade die hat bekanntlich, wie man am Beispiel des Rauswurfes von Jeremy Clarkson aus "Top Gear" gesehen hat, am wenigsten mitzureden. Über eine Million protestierende Gebührenzahler waren für die BBC kein Grund, die Entlassung Clarksons noch einmal zu überdenken.

Warum gerät die BBC wegen Clarkson & Co so derartig unter Druck?

Die BBC muss sparen, sparen und noch einmal sparen. Grund für die enormen Umstrukturierungen ist der Rückzug der britischen Regierung oder genauer gesagt der staatlichen Förderungen samt Ressourcen.

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Aktueller Höhepunkt der Einsparungspolitik ist der Rückzug aus der Rentnerförderung. Wie "taz.de" in einem sehr interessanten Artikel über die BBC berichtet, waren Rentner bis dato von den Rundfunkgebühren befreit, weil der Staat für sie eingesprungen ist. In Zukunft muss sich die BBC selber darum kümmern. Dass es sich um nicht gerade kleine Summen handelt beweist die Tatsache, dass die Briten pro Fernseher 200 Pfund Rundfunkgebühr im Jahr zahlen müssen.

Ist "Top Gear" unter der Leitung von Chris Evans im Falle einer Konkurrenzshow Clarksons zum Scheitern verurteilt?

Noch größeres Unwohlsein dürfte der BBC wohl die schrittweise Kürzung ihres Jahresetats in Höhe von einer Milliarde Pfund verursachen, die anscheinend durch die Streichung von mehr als tausend Arbeitsplätzen, ein wenig abgefedert werden soll. Wenn man jetzt den langfristigen Einnahmenverlust, der durch die Entlassung von Jeremy Clarkson verursacht worden ist und die Gefahr einer Konkurrenzshow von Seiten Clarksons bedenkt, die den Erfolg von "Top Gear" unter der Leitung von Chris Evans, wahrscheinlich auf nahezu Null reduziert, kann man sich einigermaßen die derzeitigen Probleme der BBC vorstellen. Das Mitleid scheint sich bei den Fans und Gebührenzahlern allerdings in Grenzen zu halten.

Foto: R/DV/RS - CC-BY 2.0 - flickr.com #Rundfunkbeitrag